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Welt-Down-Syndrom-Tag 2014: Herzlichen Glückwunsch?

Sonntag, 16. Februar 2014

Es ist fast wieder soweit.
Bereits zum neunten Mal.



Selbst wenn der 21. März eine Menge wichtiger Dinge in sich vereint (wie etwa den kalendarischen Frühlingsanfang oder in der arabischen Welt den Muttertag oder in Südafrika den Tag der Menschenrechte; international immerhin den Tag -gegen Rassismus, - des Waldes, - der Hauswirtschaft und der Poesie), bleibt doch noch Platz für den Welt-Down-Syndrom-Tag.

2006 zum ersten Mal absolviert, bekam die Angelegenheit erst im Jahre 2011 etwas mehr Gewicht und Struktur, als die UNO-Generalversammlung sich der bis dahin nicht viel mehr als eine weltweit nur unzureichend organisierten Initiative annahm und sie ab 2012 ganz offiziell unterstützte. (UNO-Resolution Welt-Down-Syndrom-Tag)

Dass der 21.3. (gewählt aufgrund der "Trisomie des 21. Chromosoms") im Sinne von Down-Syndrom-Tag nicht unbedingt zum gratulieren an sich geeignet ist, versteht sich fast von selbst. Das würde vielleicht auch etwas komisch klingen. Weshalb man diese Art von besonderen Tagen in Kategorien wie "Gedenktag" oder "Aktionstag" einteilt.

Österreich, Trisomie 21, Schweiz, Kind, Down-Syndrome, englisch, Down-Syndrom Blogs, Down Syndrom, Welt-Down-Syndrom-Tag, deutsch, Deutschland, 21.3., Maerz, International Down Syndrome´s Day
Mein Maximilian. Ich gratuliere.


Der Down-Syndrom-Tag ist dabei ein klarer Aktionstag. Es geht in erster Linie um Aufklärung. Und das ist gut so. Selbst wenn man darüber nachdenken muss, warum es ausgerechnet für das "Down-Syndrom" einen speziellen Tag gibt und für so viele andere Umstände, die wir im Deutschen als "Behinderung" bezeichnen, nicht.

Mag es an der "Quote" liegen?
Weltweit schätzt man, dass etwa eins von 800 geborenen Kindern mit dem Extrachromosom ausgestattet ist. Ja, das ist einer der Punkte, der vermittelt werden soll. Es handelt sich um eine bestimmte Anordnung der Chromosomen, nicht um eine Krankheit. Allerdings darf und sollte man nicht versuchen zu verheimlichen, dass diese bestimmte Anordnung von Chromosomen in den meisten Fällen weitreichende Konsequenzen hat. Wobei es wiederum nur darum geht, mit dem Extrachromosom versehene Personen mit Personen ohne Extraschromosom zu vergleichen. In vielerlei Hinsicht zu vergleichen.

Etwas präziser hingesehen gibt es aber wahrscheinlich zwei prinzipielle Substantive, die aktuell gültig beschreibend für die Thematik sein könnten. Angst und Umgang.
Die Angst, selbst ein Kind mit dem Extrachromosom zu empfangen.
Und die (ziemlich sicher oft eingebildete) Unfähigkeit, bei einem zufälligen Zusammentreffen mit einem Menschen mit Down-Syndrom so mit ihm umzugehen, wie .......

... Ja, wie eigentlich?!

Am 21. März 2014 wird es in ihrer Stadt oder in einer Stadt in Ihrer Nähe ziemlich sicher eine Veranstaltung geben. Warum schauen Sie dort nicht einfach einmal vorbei? So als Einstimmung ins Wochenende (der 21. 3. 2014 ist ein Freitag).


 




Schweiz: Diskussion um Insieme - Kampagne "Schraube locker" & Co.

Mittwoch, 5. Mai 2010

Wieder eine Provokation, doch die Empörung bleibt aus
Von Markus Brotschi in der BAZ online
Foto: Sulzer, Sutter AG

Insieme zeigt Plakate von geistig Behinderten mit Aussagen wie «Schraube locker». Die IV musste eine ähnliche Kampagne nach heftigen Protesten von Behindertenverbänden abbrechen.

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«Schraube locker? Sprung in der Schüssel? Für mich keine Behinderung»: Mit diesen Sprüchen werden ein Mann und eine Frau mit Downsyndrom präsentiert. Verantwortlich für die Kampagne ist Insieme, eine Organisation für Eltern behinderter Kinder. Vor einem halben Jahr stand auf Plakatwänden Ähnliches: «Behinderte sind dauernd krank» oder «Behinderte liegen uns nur auf der Tasche». Absender war die Invalidenversicherung (IV). Die IV musste ihre Kampagne nach einem Entrüstungssturm der Behindertenorganisationen, darunter auch Insieme, abbrechen.

Wie kommt Insieme dazu, auf ihr 50-jähriges Bestehen mit der gleichen Methode hinzuweisen, die sie kürzlich verurteilte? «Es sind Redewendungen, die jeder von uns kennt», sagt Kommunikationsleiterin Beatrice Zenzünen. Ziel sei es, eine Diskussion über Vorurteile anzuregen. Zenzünen sieht den Unterschied zur IV-Kampagne darin, dass die IV zuerst nur Vorurteile verbreitete und «viel zu lange mit der Auflösung der Urheberschaft zuwartete». Zudem seien die Auflösungen schlecht erkennbar gewesen und keine Betroffenen einbezogen worden.

Das Tabu brach Pro Infirmis

Fragt sich allerdings, ob die IV nicht kritisiert worden wäre, wenn neben den Sprüchen Behinderte abgebildet worden wären. Die Auflösung lieferte die IV aufgrund der Proteste nach wenigen Tagen: «Behinderte liegen uns nur auf der Tasche – wenn wir ihre Fähigkeiten nicht nutzen», «Behinderte sind dauernd krank – und trotzdem morgens die Ersten im Büro». Doch es war zu spät, die Kampagne wurde eingestellt.

Von Kritikern der IV-Plakate erhält die Insieme-Kampagne Lob. Die Abbildung Betroffener schaffe Authentizität und verleihe den Sprüchen Selbstironie, findet Bruno Schmucki vom Invalidenverband Procap. Bei der IV-Kampagne sei die Provokation dagegen im Vordergrund gestanden.

Bis vor wenigen Jahren verwendeten Behindertenverbände nur Symbolbilder oder zeigten höchstens einen Rollstuhlfahrer von hinten. Das Tabu brach 2001 Pro Infirmis, die Menschen mit ihrer Behinderung zeigte, etwa mit einem verstümmelten Bein. Für Mark Zumbühl, Kommunikationschef von Pro Infirmis, kommt es auf den Urheber einer Kampagne an. «Die Insieme-Kampagne kommt von den Betroffenen und von Organisationen, welche die Anliegen von Menschen mit Behinderung verstehen.» Auf den Plakaten sind Schauspieler der Zürcher Theatergruppe Hora zu sehen, die mit geistig Behinderten arbeitet. Die Plakate seien im Einverständnis mit den Betroffenen, den Angehörigen und den Betreuern realisiert worden, betont Insieme.

«Vorurteile werden zementiert»

Für den Zürcher Werber Frank Bodin erreicht die Insieme-Kampagne ihr Ziel trotzdem nicht. «Sie sagt mir nichts Neues und widerlegt das im Spruch ausgedrückte Vorurteil nicht. Damit werden die Vorurteile sogar zementiert.» Bodin hält sowohl die Insieme-Plakate als auch jene der IV für «dumm». Als Beispiel einer gelungenen Kampagne nennt er jene von Pro Infirmis. Mit dem Slogan «Wir lassen uns nicht behindern» seien Menschen mit ihrer körperlichen Behinderung auf würdige Weise gezeigt worden und hätten ein «neues Selbstbewusstsein» demonstriert. Diese Aussage sei für die Betrachter neu und überraschend gewesen. Wer aber Kalauer wie «Schraube locker» brauche und Menschen mit einer Schraube oder einer zersprungenen Schüssel präsentiere, zeige, dass eine grundlegende Kampagnenidee fehle.

>>> ZUR DISKUSSION

Wer wagt, kann verlieren - wer nicht wagt, hat schon verloren: Doku Soap mit behinderten Menschen im Schweizer Fernsehen

Dienstag, 16. März 2010

Von Fabian Zürcher bei Blick.ch

Eine siebenteilige Serie, deren Stars geistig Behinderte sind. Acht bis zehn Personen betreiben eine Badeanstalt, mit allem, was dazugehört. Sie kümmern sich um die Verpflegung der Gäste, kassieren Eintritt und organisieren das Unterhaltungsprogramm.

Die Dreharbeiten finden Anfang Sommer in einer Badi vermutlich in Schaffhausen statt. Ausgestrahlt wird die Soap ab 5. Juli jeweils am Montag um 21 Uhr. «Wir wollen zeigen, dass sich geistig behinderte Menschen in unserer Gesellschaft problemlos zurechtfinden. Sie sind Menschen wie du und ich», sagt SF-Programmentwickler Urs Fitze (43) zu BLICK.

Mit der Badi-Show begibt sich das Schweizer Fernsehen auf rutschiges Terrain: «Wir sind uns bewusst, dass es schwierig sein wird, mit Behinderten unverkrampft und gleichzeitig respektvoll umzugehen», so SF-Direktor Ueli Haldimann (56) in der «SonntagsZeitung».

Dem in der Schweiz bisher einmaligen TV-Projekt gegenüber kritisch eingestellt ist SVP-Ständerat Maximilian Reimann (67): «Es ist ethisch fragwürdig, wenn man Leute in den Mittelpunkt stellt, die in ihrer Zurechnungsfähigkeit beeinträchtigt sind.» Und: «Es gibt wohl bessere Sendegefässe, um auf die Lebensverhältnisse von Behinderten einzugehen als eine solche Badi-Soap.»

Anders denkt Barbara Camenzind (42), Sprecherin von Insieme 21 – der offiziellen Vereinigung der von Trisomie 21 Betroffenen: «Leute mit Down-Syndrom sind grossartige Unterhalter. Wichtig ist aber, dass die Teilnehmer nicht zur Belustigung der Zuschauer dienen.»

Camenzind verweist auf die US-amerikanische TV-Soap «The Specials». Das Format zeigt, wie Leute mit Down-Syndrom in einer Wohngemeinschaft leben. «Die Sendung ist total cool!»

Derselben Meinung ist offenbar auch das Schweizer Fernsehen: Ab November plant man im Rahmen von «SF bi de Lüt» am Freitagabend ein ähnliches Format auszustrahlen.

S-Bahn Poesie: Andächtiges Lutschen... (von Katja Walder in der Kolumne "Abgefahren" der Schweizer Zeitung BLICK am Abend)

Freitag, 5. März 2010

gefunden im Senfblog
Copyright: Katja Walder, Abgefahren, Blick am Abend
__________



Zu laute Handygespräche, Gedrängel, "Isch da no frei?" Kniescheiben aneinander drücken - der ganz gewöhnliche Pendler-Wahnsinn. Es fällt schwer, in diesem Feierabend-Pulk einigermassen runterzukommen.

Ausser man erlebt, was ich letze Woche erlebt habe. Das war die Oase inmitten der Wüste. Das war, als betrete man nach einen barfüssigen Marsch durch ein kilometerlanges Spitzkiesel-Gebiet plötzlich ein Kaschmir-Fell.

Da war mitten in diesem Feierabend-Stress diese Frau. Um die 40, Down-Syndrom. Völlig gefesselt beobachtete ich, wie sie 1) ihren rucksack auf den Schoss nah, 2) süüferli den Reissverschluss öffnete, 3 eine angefangene Plastiktüte mit Sportmint rausnahm, 4) die Büroklammer entferne, mit der das Säckchen verschlossen war, 5) vorsichtig das mehrfach zusammengefaltete Säckchen entfaltete, 6) mit spitzen Fingern ein Sportmint herausnahm und es auf ihren Schoss legte, 7) die Tüte wieder vorsichtig Lage um Lage zusammenfaltete, 8) die Büroklammer wieder feststeckte, 9) die Tüte wieder in den Rucksack verstaute, 10) den Reissverschluss wieder schloss, 11) das Bonbon liebevoll auswickelte und es 12) schliesslich in den Mund steckte.

Wow. Noch nie hat jemand in dieser Hektik so viel Ruhe ausgestrahlt. Ich habe mir am Kiosk gleich eine Tüte Sportmint gekauft.

Welt-Down-Syndrom-Tag 2010 in der Schweiz: Das Leben ist bunt

Donnerstag, 4. März 2010


gefunden bei faircustomer.ch

Das kleine Mädchen auf dem Plakat kenne ich. Kurz nach seiner Geburt tauchte es zum ersten Mal in der Klasse meiner Tochter auf, sie ist eine der vielen kleinen Geschwister, die bei Ausflügen, Festen, Aufführungen einer Primarschulklasse ganz selbstverständlich dazugehören. Die Mutter schickte mir das Bild heute per Mail. Das kleine Mädchen hat Trisomie 21 und wirbt hier um Aufmerksamkeit für den Welt Down Syndrom Tag am 21.3.

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Das Geniale daran: Sie ist nicht die einzige, die es dieser Tage in der Schweiz tut. Überall verteilen Eltern Poster, Postkarten und Flyer, verschicken Mails oder Briefe jeweils mit den Bildern ihrer Kinder auf dem Plakat und weisen auf diesen Tag hin. Die Idee zu dieser kostengünstigen und wirklich viralen Werbeaktion stammt aus den Niederlanden und wird nun schon im 4. Jahr in der Schweiz durchgeführt. Hier geht es zur Galerie….

Und natürlich gibt es auch eine Facebookseite

Und worum geht es am 21.3. , am Welt Down-Syndrom Tag? An verschiedenen Orten finden Aktionen statt, hier in Zürich eine Fashionshow mit 30 jungen Menschen mit Trisomie 21 und vielen Promis unter der Schirmherrschaft Ellen Ringiers.

“Ein weltweiter Tag für Menschen mit Trisomie 21 – wozu?
- um einen Moment der Solidarität zu leben

- um sich Zeit zum Kennenlernen zu nehmen

- um zu verstehen und Ängste abzubauen

- um dem Anderssein Aufmerksamkeit zu schenken

- um sich einen Moment des Nachdenkens über die eigene Rolle und die der Gesellschaft zu gönnen, sich Zeit zum gemeinsamen Handeln zu nehmen

2006 beschlossen zahlreiche Vereine und Organisationen, die sich um Menschen mit Trisomie 21 kümmern, mit dem 21.3. einen Tag mit weltweiter Bedeutung ins Leben zu rufen, der diese genetische Abweichung und ihre Folgen ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit rückt. Der 21.3. nimmt Bezug auf das 21. Chromosom, das bei diesen Menschen 3fach vorhanden ist. So enstand der World Down Syndrome Day.” (Quelle: Homepage des World Down Syndrome Days)

Wollen Sie mitmachen und ebenfalls Poster oder Postkarten verteilen? Hier gibt es das Bild des kleinen Mädchens aus der Primarschule als pdf zum Ausdrucken…: poster 2010


Behinderte Kinder in Schulklassen - Die Diskussion in der Schweiz mit Video der Rundschau SF1 24. Februar 2010

Donnerstag, 25. Februar 2010


Foto, Video und Text © Schweizer Fernsehen
Gefunden vía Peter Lilienhard

Behinderte Kinder in Schulklassen - Die Diskussion in der Schweiz mit Video der Rundschau SF1 24. Februar 2010, Arbeit Beruf Schule Ausbildung, Behinderung Handicap, Diskriminierung Rassismus, Down Syndrom, Down-Syndrome, Extrachromosom, Kind, Integration integrativ, Politik Gesetz Recht, Schweiz,Behinderte, lernschwache und verhaltensauffällige Kinder sollen nicht mehr Sonderschulen besuchen, sondern in normale Klassen integriert werden. Die Reform sorgt für rote Köpfe bei Eltern, Lehrer und Heilpädagogen. Wie funktioniert sie in der Praxis? Die Rundschau hat Daniela, die ein Downsyndrom hat, und die beinahe blinde Nastasja in der Schule begleitet.


Video Stream der Sendung - der Beitrag beginnt in Minute 9:


Rundschau vom 24.02.2010


Auszüge aus der Diskussion zum Beitrag:

° Bin selber Mutter eines, mittlerweile
30-jährigen Sohnes mit Down Syndrom und
möchte allen Eltern mit gleichem Schicksal viel Mut und Zuversicht wünschen.
Unser behinderter Sohn ist uns als drittes Kind geschenkt worden und dieses Schicksal hat besonders mir als Mutter völlig den Boden unter den Füssen weggezogen. Mein Wunsch war natürlich eine "normale Einschulung" für unser Kind. Es wurde damals auch freundlicherweise auf mein Drängen eingegangen und schon bald mussten mein Mann und ich feststelle, dass der Bub total überfordert war. Er hat sich ganz schnell zum Klassenclown gemacht und das tat uns weh. Aus dieser Erfahrung lernten wir, dass eine heilpädagogische Institution viel mehr brachte. 11 Jahre verbrachte unser Sohn in diesem Internat und heute kommen wir zu dem Schluss, dass es die richtige Entscheidung war. Selbständigkeit, Zuverlässigkeit sind nebst einem tollen Charakter sein Markenzeichen. Ein richtiger Segen für unsere ganze Familie.




° Ich bin erstaunt über die vielen gut gemeinten und bisher auch vorgelebten Erfahrungsmethoden in und um Schulen. Pädagogen macht weiter so. Traurig ist jedoch die Tatsache, dass die einzige Motivation der politischen Entscheidungsträger zu Veränderungen im System das Geld ist. Die Klimaerwärmung ist im Anzug. Die Gelderwärmung ist schon da.


Anzeige: Handbuch für Lehrer von Kindern mit Down-Syndrom


° Integration ist wichtig!!Wir alle leben in einem Land und müssen lernen uns gegenseitig zu akzeptieren. Auch wenn wir alle nicht gleich denken und nicht gleiche Voraussetzungen haben unser Leben zu leben. Die Integration behinderter Menschen in der Volksschule auf zunehmen ist eine wichtige und notwendige Sache... dadurch lernen die "gesunden" Kinder und Jugendlichen diese Menschen, die sich wohl fühlen in dieser Umgebung zu akzeptieren.

Meine Schwester ist auch behindert und konnte auch gewisse Unterrichte besuchen in der Volksschule.

Es ist aber auch klar das nicht jede Klassenstufe dies machen kann.

Mein Vorschlag wäre:

Kindergarten, 1.Klasse und 2.Klasse gesamt schweizerisch so zu gestalten dass es Platz hat für Behinderte die in der gleichen Wahrnehmungsphase sind wie die Kinder in dieser Klasse.
Ziel ist, dass sich die Kinder bewusst werden auch andere Kinder zu akzeptieren und zu integrieren.




° manchmal ist es wirklich besser, man bleibt bei seinen leisten und tut was man kann.
neues könnte sonst viel schlechter werden, als es sein könnte wenn man es gern haben würde.

Es ist einfach: wir können sie nicht wegsperren. sie sind alltag.



Als man in den 70-ern die Ausbildung zum Lehramt machte, wurde im Methodikunterricht gelehrt, dass die Volksschule kein Experimentierfeld sein dürfe.
Das geht heute ganz andere Wege; alles und jedes, was sich irgendein Bildungspolitiker oder der ganze administrative Stab der Erziehungsdepartemente ausdenkt, wird in den Schulalltag geworfen..dort sollen dann die unausgegorenen Ideen ausreifen. Nichts und niemand aus der strategischen Ebene ist je bereit die Reformen vor Ort auf ihren wirklichen Erfolg hin zu überprüfen; ich habe seit meiner 30-jährigen Tätigkeit im Schuldienst (Primarschule, Oberstufe und Gymnasium) noch nie ein wissenschaftliches Mitarbeiterchen in einem Schulzimmer gesehen, das sich erkundigt hätte, ob irgendeines seiner Ideechen überhaupt Sinn machen täte und realisierbar sei, so wie es sich das ausgeheckt hätte....(Kommt hinzu, dass keiner von diesen Erziehungsplanern, es länger als ein Tag in einem Schulzimmer aushalten würde; sie tun also gut daran, überhaupt nicht erst vor Ort zu erscheinen).

Weil alles so unausgegoren und weltfremd in die Schulstuben gelangt, heisst es dann irgendmal für jene, die sich mit den Reformen herumschlagen müssen: "Vorwärts Kameraden, es geht zurück!"

Allmählich gehen den Betroffenen (Lehrpersonen)die Augen auf und sie stellen fest, dass die Reformbesoffenheit in der Erziehungslandschaft nicht ein singuläres, zeitbegrenztes Suchtereignis war, sondern zum chronischen- und krankmachenden Dauerzustand verkommt.
Ich frage mich, ob diese Vorgehensweisen der Bildungspolitiker nicht schon fast kriminellen Charakter haben, weil sie verfassungswidrig sind. Die politisch abgesegneten Leerläufe in der Bildungslandschaft verstossen meines Erachtens gegen die "verfassungsmässige Verhältnismässigkeit".

Im konkreten Zürcher Reformprojekt, "integrieren von Behinderten" -nichts gegen diese hehernen Ziele- treibt dies in den zürichnahen Kantonen ganz besondere Blüten; im Nachäffen von Reformen geübt, versucht man nun auch renitente und verhaltensauffällige Schüler in Regelklassen umzuteilen. Mitgegeben wird diesen Klassen dann ein heilpädagogischer Copilot, der es dann richten soll. Dass da was "krank" ist im Volksschulsystem, verraten die Reformplaner dieses Projekts schon deshalb, da sie einen HEILpädagogen beiseite stellen. Denn heilen muss man ja nur, wo was krank ist oder krank gemacht wir.
Wäre die Volksschule ein Automobilbetrieb, wäre diese aus folgenden Gründen schon längst konkurs:
a) einer zu grossen Modellpalette
b) einer Unzahl an "Rückrufaktionen"

Es grüsst: Ein Auch-Akademiker, der bei seinem Leisten blieb


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Künstliche Befruchtung: Gibt es ein Recht auf ein gesundes Baby?

Montag, 25. Januar 2010

von Conny Schmid im Beobachter (2 / 2010)


Soll man im Labor gezeugte Embryos genetisch auf ihre Gesundheit untersuchen dürfen? Eine moralische Gratwanderung: auf der einen Seite verzweifelte Paare mit Kinderwunsch – auf der anderen die drohende Einteilung in «wertes» und «unwertes» Leben.

«Menschliches Leben wird zum Verbrauchsmaterial: künstlich erzeugt, computermässig durchgescreent, aussortiert und eingepflanzt.»
Ruth Baumann-Hölzle, Ethikerin


Sie sagt es ganz direkt: «Es war ein Egotrip. Ich wollte ein Kind besitzen.» Der Kinderwunsch erwachte bei der heute 49-jährigen Claudia Kündig (Namen aller Betroffenen geändert) allerdings reichlich spät, sie war bereits 45. «Vorher hat es einfach nie gepasst. Mal war der Job wichtiger, dann der Partner der falsche», erklärt sie. Als dann alles stimmte, war es für ein eigenes Kind auf natürlichem Weg zu spät. Sie wurde zwar mehrmals schwanger, erlitt aber immer Fehlgeburten. Ab dem 35. Altersjahr nimmt die Qualität der Eizellen generell rapide ab. Die Frühaborte hätten ihren Kinderwunsch jedoch nur verstärkt: «Ich sah ja, dass ich schwanger werden konnte. Ich wollte einfach nicht glauben, dass daraus kein Kind entstehen sollte.»

Claudia Kündig, heute Mutter eines zweijährigen Sohnes, holte sich medizinische Hilfe. Ob das Problem bei ihren Eizellen oder bei den Spermien des Partners lag, fand man nicht heraus. Nur, dass es ohne moderne Fortpflanzungsmedizin nicht gehen würde. Also entschloss sie sich zur In-vitro-Fertilisation, zur Befruchtung im Reagenzglas – so wie viele andere. Etwa 6000 Frauen lassen sich jährlich in der Schweiz künstlich befruchten, Tendenz steigend.

Zunächst schien es bei Claudia Kündig zu klappen: Zwillinge waren unterwegs. In der sechsten und in der achten Woche kam es aber erneut zu Fehlgeburten. Das war der Zeitpunkt, als sie erstmals daran dachte, für die Behandlung ins Ausland zu fahren. Denn im Gegensatz zur Schweiz ist es in anderen europäischen Ländern erlaubt, die im Labor gezeugten Embryos auf Chromosomenfehler zu untersuchen, bevor sie in den Mutterleib eingepflanzt werden. Dieser Teilbereich der Präimplantationsdiagnostik wird Aneuploidie-Screening genannt (siehe nachfolgendes Glossar). Embryos, die nicht lebensfähig sind, werden bereits vor dem Transfer aussortiert.

Kündig reiste nach Spanien. Dass sie mit der Auswahl von Embryos im Prinzip über wertes und unwertes Leben entscheidet, dachte sie kaum. Die Selektion überliess sie den Ärzten. «Für mich wars eine reine Geschäftsbeziehung: Wir liefern das Material, sie schauen, dass ich schwanger werde.»

«Mit dem Verbot der Präimplantationsdiagnostik verweigert man Menschen den Zugang zur bestmöglichen Behandlung.»
Bruno Imthurn, Leiter Kinderwunschzentrum Unispital Zürich


«Leben wird zu Verbrauchsmaterial»

Genau vor dieser Anspruchshaltung graut es Kritikern der Präimplantationsdiagnostik (PID). Zu ihnen gehört die auf ethische Fragen im Gesundheitswesen spezialisierte Theologin Ruth Baumann-Hölzle. Sie ist Mitglied der nationalen Ethikkommission für Humanmedizin. Auf der Suche nach einer Empfehlung hat die Kommission darüber beraten, ob und in welchem Umfang die PID in der Schweiz künftig erlaubt werden könnte. Der Bundesrat hatte vom Parlament schon vor knapp fünf Jahren eine Motion mit dem Auftrag erhalten, das Verbot zu lockern. Motionär und FDP-Ständerat Felix Gutzwiller, von Beruf Mediziner, musste mehrmals nachhaken, bis der Prozess in Gang kam. Der Bundesrat holte sich zunächst den Rat der Ethiker. In deren Kommission war man sich nicht einig. Eine Mehrheit des 18-köpfigen Gremiums will die PID künftig zur vorgängigen Abklärung schwerer Erbkrankheiten und für das Aneuploidie-Screening zulassen. Baumann-Hölzle zählt zur Minderheit, die die PID – wenn überhaupt – nur bei bereits betroffenen Paaren zulassen möchte. Die Tür zur Eugenik, zur genetischen Optimierung, würde sonst weiter geöffnet, begründet sie. Die PID sei eine Selektionsmethode für die Zuchtwahl menschlichen Lebens. Sie bilde die Grundlage für zweckgebundene Babys. «Menschliches Leben wird zum Verbrauchsmaterial. Zuerst künstlich erzeugt, dann computermässig durchgescreent, aussortiert und eingepflanzt.»

Baumann-Hölzles Befürchtungen sind nicht so weit hergeholt. Die Idee sogenannter Retter-Babys ist längst Wirklichkeit. Es sind Kinder, die als Organspender für bereits geborene, kranke Geschwister gezeugt werden. Auch in der Schweiz lebt ein solches Retter-Baby: Elodie, heute 5, ausgewählt mit PID in Belgien, heilte ihren an Granulomatose erkrankten Bruder Noah, 10, durch eine Knochenmarkspende. In den USA wird PID seit einigen Jahren für das sogenannte «family balancing» (etwa: «ausgewogene Familienplanung») eingesetzt. Mit Hilfe der PID wird das Geschlecht der Embryos bestimmt. Paare, die schon zwei Töchter haben, können so sicherstellen, dass das dritte Kind ein Junge wird.

«Es ist absolut unverständlich, weshalb man mit der Präimplantationsdiagnostik eine medizinische Abklärung verbietet, die Abtreibungen verhindern könnte.»
Conrad Engler, Sekretär Verein Kinderwunsch


Schweiz: Nur für Paare mit Erbkrankheiten

So weit will die Schweiz nicht gehen. Der Bundesrat hat 2009 einen Entwurf in die Vernehmlassung geschickt, der das Verbot lockert. Er ist aber restriktiver, als die Ethikkommission empfohlen hat: Das Aneuploidie-Screening bleibt untersagt. Chromosomenfehler wie etwa Trisomie 21 («Down-Syndrom») darf man somit weiterhin nicht vor dem Einpflanzen des Embryos abklären, und auch die Geschlechtsselektion oder die Zeugung von Retter-Babys sind verboten. Einzig den Ausschluss schwerer Erbkrankheiten will der Bundesrat unter strengen Voraussetzungen zulassen.

Profitieren könnten davon Menschen wie Marlene Bircher. Die 30-Jährige leidet am Hippel-Lindau-Syndrom, einer seltenen Erbkrankheit, die die Netzhaut, das Kleinhirn, das Rückenmark und andere Organe befällt und dort Tumore bildet. Bircher musste sich schon unzähligen Operationen unterziehen. «Mein Leben ist sehr beschwerlich, ich lebe unter ständiger medizinischer Kontrolle. Das wünsche ich wirklich niemandem», sagt sie. Trotzdem hegt sie den Wunsch nach eigenen Kindern. Das Risiko, dass ein Kind die Krankheit erbt, beträgt 50 Prozent. Es ist wie russisches Roulette. Dennoch will Bircher auf natürlichem Weg schwanger werden – auf die Gefahr hin, das Kind abtreiben zu müssen. Eine künstliche Befruchtung mit PID könnte diese «Schwangerschaft auf Probe» vermeiden. Dafür ins Ausland zu fahren komme für sie aber nur schon wegen der Sprache nicht in Frage, sagt Bircher. «Ausserdem ist es eine grosse psychische Belastung und letztlich auch eine Geldfrage.» Die Krankenkasse übernimmt keine Kosten für künstliche Befruchtungen (siehe auch nachfolgender Hinweis «Unfruchtbarkeit: Was die Krankenkasse zahlt – und was nicht»).

«Mit der Präimplantations­diagnostik leistet man der falschen Vorstellung Vorschub, Behinderung sei vermeidbar.»
Christa Schönbächler, Co-Geschäfts­führerin Insieme Schweiz


Bircher ist kein Einzelfall, aber doch eine von wenigen. Hansjakob Müller, Professor für Genetik an der Universität Basel, geht bei der vom Bundesrat vorgeschlagenen Regelung von derzeit jährlich etwa 20, später 50 bis 100 Paaren aus, die PID in Anspruch nehmen dürften. Sein Kollege Bruno Imthurn, Leiter des Kinderwunschzentrums am Zürcher Unispital, schätzt die Zahl der Betroffenen auf etwa 100 pro Jahr. «Man muss sich schon fragen, ob es sinnvoll ist, wenn bei einer so kleinen Fallzahl jedes der 26 Kinderwunschzentren in der Schweiz die PID einführt. Die Qualität kann so sicher nicht gut sein», sagt er.

Der Gesetzesentwurf stösst aber nicht nur deswegen auf wenig Gegenliebe. «Der Vorschlag taugt nichts. Er ist restriktiv, bürokratisch und entspricht nicht dem, was das Parlament verlangt hat», sagt FDP-Ständerat Felix Gutzwiller. Skeptisch bleibt auch seine Kollegin von der SP, Simonetta Sommaruga, die gegen die Motion stimmte: «Es ist und bleibt höchst problematisch, festzulegen, was eine schwere Erbkrankheit ist und welches Leben lebenswert ist.»

Teuer und psychisch belastend

Fraglich ist auch, ob die vorgeschlagene Regelung anwendbar ist. Verfassung und Fortpflanzungsmedizingesetz schreiben vor, dass bei In-vitro-Fertilisationen maximal drei befruchtete Eizellen zu Embryonen entwickelt werden dürfen. Die übrigen Eizellen darf man unmittelbar nach der Befruchtung einfrieren und später verwenden. Für eine Anwendung wie die PID, die man erst in einem späteren Entwicklungsstadium vornimmt (siehe Grafik Seite 70), sind drei Embryos aber schlicht zu wenig. «Aus acht bis zehn Eizellen gehen am Ende vielleicht zwei lebensfähige, gesunde Embryos hervor», sagt Hansjakob Müller. Wenn man stets nur drei Embryos mit PID untersuchen könne, sei die Wahrscheinlichkeit relativ klein, beim ersten Mal gerade die richtigen zu erwischen. Die Folge: Die betroffene Frau benötigt trotz PID mehrere Behandlungen. Das geht nicht nur ins Geld, sondern ist vor allem psychisch belastend: «Mit jedem Transfer schöpft das Paar neue Hoffnung, dass es endlich klappt», sagt Bruno Imthurn.

«Es ist und bleibt höchst problematisch, festzulegen, was eine schwere Erbkrankheit ist und welches Leben lebenswert ist.»
Simonetta Sommaruga, SP-Ständerätin


Der Widerspruch mit der Abtreibung

Was es heisst, immer wieder enttäuscht zu werden, weiss Martina Keller. Die heute 40-Jährige zog in nur einem Jahr fünf Embryotransfers durch. «Mit 39 wollte ich mit dem Kopf durch die Wand», sagt sie. Beim fünften Mal hat es dann geklappt, heute ist sie glückliche Mutter einer gesunden Tochter. Trotz vielen Fehlversuchen war PID im Ausland für Keller aber nie ein Thema. «Es wurde von den Ärzten auch nie erwähnt», sagt sie. Dennoch ist sie für eine Aufhebung des Verbots. Vor allem weil sie es als ungerecht erachtet. «Ich finde es scheinheilig, den gleichen Frauen dann in der 12. und 16. Schwangerschaftswoche zu von der Krankenkasse bezahlter Chorionzottenbiopsie und Fruchtwasserpunktion zu raten, um die Schwangerschaft im Fall einer Behinderung abzubrechen.»

Keller spricht damit einen der Hauptkritikpunkte am PID-Verbot an: dass das menschliche Leben im Mutterleib weniger gut geschützt ist als im Labor. Denn bis zur 12. Schwangerschaftswoche sind Abtreibungen legal. Dieser Widerspruch leuchtet vielen nicht ein, auch jenen nicht, die der PID eher kritisch gegenüberstehen. Die 32-jährige Pia Fehlmann etwa, die selber in Behandlung für eine künstliche Befruchtung ist, jedoch mit grossem Unbehagen, spricht ebenfalls von einer Doppelmoral. Sie will technische Hilfsmittel vermeiden, wann immer es geht. Eine PID kommt für sie nicht in Frage, und konsequenterweise will sie auch auf Pränataldiagnostik verzichten. Dennoch findet sie ein generelles PID-Verbot stossend. «Das ist doch ein individueller Entscheid.» Conrad Engler, Sekretär des Vereins Kinderwunsch, spricht Klartext: «Es ist absolut unverständlich, weshalb man eine medizinische Abklärung verbietet, die Abtreibungen verhindern könnte.»

Allerdings ist umstritten, wie zuverlässig die PID tatsächlich ist. Absolute Sicherheit gibt es nicht. Beim Aneuploidie-Screening können momentan nur fünf bis neun Chromosomensätze untersucht werden. Ausserdem werden in der Regel nur eine oder zwei Zellen entnommen und daraus dann Rückschlüsse auf das ganze Erbgut des Embryos gezogen. «Die Technik ist stark verbesserungsfähig», gesteht selbst Mediziner Bruno Imthurn ein.

Unklar ist zudem, ob die Entnahme einer Zelle für die PID die Entwicklung des Embryos stört. Neuere Studien belegen, dass PID die Chance, schwanger zu werden, gar nicht steigert. So gesehen entspricht der aktuelle Gesetzesentwurf dem Stand der Technik. Imthurn weist aber darauf hin, dass die Entwicklung nicht stehenbleibe: «Die Methoden werden laufend verbessert, und wir werden vermutlich schon bald den ganzen Chromosomensatz untersuchen können.» Ein Gesetz müsse zukunftsgerichtet sein, findet er. Die PID sei nichts anderes als eine vorgezogene Pränataldiagnostik. «Mit dem Verbot verweigert man Menschen den Zugang zur bestmöglichen Behandlung.»

«Ich finde es scheinheilig, Präimplantationsdiagnostik zu verbieten, aber den gleichen Frauen dann zu Pränataldiagnostik zu raten.»
Martina Keller (Name geändert), Mutter einer im Reagenzglas gezeugten Tochter


«Akzeptanz für Behinderte wird abnehmen»

Christa Schönbächler, Co-Geschäftsführerin der Behindertenorganisation Insieme, sieht das anders. Mit Selektionsmethoden wie der PID drohe das gesunde Kind zur Pflicht zu werden. «Man leistet der falschen Vorstellung Vorschub, Behinderung sei vermeidbar», sagt sie. «Die Akzeptanz gegenüber Menschen mit Behinderung wird abnehmen.» Zugleich hat sie aber Verständnis für Paare mit schweren Erbkrankheiten. «Wir begrüssen deshalb den Gesetzesentwurf in seiner restriktiven Form», sagt sie.

Nicht so Ethikerin Ruth Baumann-Hölzle. Persönlich kann auch sie das Bedürfnis nach einem gesunden Kind verstehen. Doch: «Es gibt kein Recht darauf.» Wer auf natürlichem Weg schwanger werde, könne auch nicht alle Unwägbarkeiten ausschliessen. «Es geht hier um eine gesellschaftliche Frage: Wollen wir das Nutzerprinzip auf das menschliche Leben ausdehnen?»

Der aktuelle Gesetzesentwurf zeigt vor allem eines: Die Politik tut sich schwer mit der Frage. Oder wie Conrad Engler vom Verein Kinderwunsch den Vorschlag kommentiert: «Der Berg hat eine Maus geboren.»

Quasimodo Geniti by HORA

Freitag, 8. Januar 2010

«Normale» dürfen nur zuschauen
von Kathrin Morf im Zürcher Unterländer

Anmutig tanzt Lorraine Meier durch den Saal, lauscht den Anweisungen ihrer Regisseurin, lacht glücklich über das Lob ihrer Kollegen.

Die fröhliche Frau ist Künstlerin aus Leidenschaft und will auch als solche verstanden werden, was indes nicht immer einfach ist: Meier ist geistig behindert – genauso wie all ihre Schauspielkollegen vom Theater Hora.
Seit einem Jahr proben die Hora-Mitglieder das Stück «Quasimodo Geniti», das sie auch in Eglisau und Opfikon aufführen werden (siehe Kasten). Während einer der letzten Proben vor dem Ernstfall am Sonntag beobachtet die Eglisauer Regisseurin Jacqueline Moro kritisch, wie sich ihre Schauspielerinnen und Schauspieler dem Improvisationstanz widmen. Meier lauscht stirnrunzelnd dem französischen Gesang, der aus den Lautsprechern dröhnt. Sie müsse warten, bis die Musik in ihrem Kopf widerhallt, erklärt sie später. «Dann tanzt es sich wie von allein.»

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Meier spielt die personifizierte Eifersucht, die sich nach ausserehelichen Liebschaften wieder ihrem Mann zuwendet. Tanzend umgarnt sie diesen, leicht streicht ihre Hand über sein Gesicht und entzieht sich ihm wieder. Zuneigung drücken die Darsteller weniger mit Worten als vielmehr mit Bewegungen aus. Die Anziehungskraft zwischen geistig Behinderten, eines der letzten Tabuthemen der Gesellschaft, thematisieren sie unverhohlen. «Liebe und Sex sind die grossen Themen des Lebens, darum soll man sie auch auf die Bühne bringen», betont Moro.

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Nach dem tänzerischen Aufwärmen machen sich die Schauspieler an die Geschichte vom buckligen Quasimodo, der erst wegen seiner Hässlichkeit geächtet wird, am Ende jedoch die Herzen der Menschen erobert. Dass die Hora-Mitglieder ein Stück über Ausgrenzung aufführen, kommt nicht von ungefähr – die meisten von ihnen haben entsprechende Erfahrungen gemacht. «Fast alle Menschen lachen mich aus», erzählt zum Beispiel Meier, die am Downsyndrom leidet. In solchen Momenten ruft Moro ihren Schützlingen ins Gedächtnis, dass eine Behinderung etwas Besonderes sei. «Schliesslich dürfen die meisten Menschen, die ‹Normalen›, nicht bei uns mitmachen», gibt sie zu bedenken.

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Mit ihren Auftritten tun es die Hora-Mitglieder dem Glöckner gleich: trotz ihrer Andersartigkeit wagen sie sich in die Öffentlichkeit und zeigen, wozu sie fähig sind. «Sie sind so motiviert, authentisch, lustig», schwärmt Moro, seit 2007 Regisseurin der Truppe. «Ausserdem sind sie unglaublich spontan. Ich kann sagen: Im neuen Jahr wollen wir auch neue Bewegungen. Und sie setzen das sofort um.» Nie murren die Schauspieler, nie zeigen sie Starallüren, stattdessen spricht aus jedem Schritt und jedem Wort ihre Begeisterung.

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In «Quasimodo Geniti» werden Requisiten und Handlung zur Nebensache, das Hauptaugenmerk liegt auf den Geräuschen, der Musik, dem Tanz. Dabei scheuen die Darsteller auch Disharmonien nicht. Das Leben hat sie gewissermassen dazu gezwungen, aus der Reihe zu tanzen, darum wagen sie dies auch auf der Bühne. Ausserdem hinterfragen sie stetig die gesellschaftliche Definition von Schönheit. «Ich bin schön», ruft zum Beispiel Meier, die ihren Körper mag und wie sie tanzt. Manchmal geniere sie sich zwar, und vor einem Auftritt sei sie oft schrecklich nervös. «Aber wenn wir immer wieder proben, dann wird das besser», sagt sie.
Gianni Blumer hat hingegen nie Lampenfieber, wenn sein Auftritt als Clown bevorsteht. «Meine Figur ist cool und lustig. Und frech wie ich», sagt der junge Mann, der ein grosser Schauspieler werden will und seiner Behinderung mit Gelassenheit begegnet: «Gaga ist doch jeder Mensch ein bisschen», sagt er schulterzuckend und erklärt mit spitzbübischem Lachen, wieso er gerne auf der Bühne steht: «Wegen der schönen Frauen im Publikum natürlich.»

Auftritte in Kirchen
Das Theater Hora, Teil der Stiftung Züriwerk, arbeitet seit knapp 20 Jahren mit behinderten und nichtbehinderten Schauspielern und offeriert dieses Jahr erstmals drei Ausbildungsplätze für geistig behinderte Schauspiellehrlinge. «Quasimodo Geniti» wurde in Berlin und Zürich aufgeführt und gastiert nun in Schweizer Kirchen. Unter anderem in der reformierten Kirche Eglisau am Sonntag, 10. Januar, um 17 Uhr sowie am 29. Januar um 19.30 Uhr in der reformierten Kirche Opfikon. Der Eintritt ist jeweils kostenlos. Im Stück, frei interpretiert nach Victor Hugo, tritt der Zuger Chor Voicesteps gemeinsam mit 20 Hora-Mitgliedern auf.

Frühförderung, Leistungsdenken, Dankeschön, Kinderbuch & Scheuklappen

Dienstag, 15. Dezember 2009


Frühförderung hilft Kindern wie Seraphina beim Spielen und Spüren
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Seraphina sitzt auf einer großen Schlitztrommel, die bei jedem Schlag vibriert. Das fördert ihre Wahrnehmung. Seraphina leidet am Down-Syndrom und lebt in einer jener 1000 Familien, die von der mobilen Frühförderung der Spattstraße seit 20 Jahren betreut werden.
Die Schlitztrommel, oder auch „Big Bum“ genannt, ist ein Leihstück des Zentrums Spattstraße und steht derzeit mitten im Wohnzimmer der Familie Erenyi in Baumgarten im Mühlviertel. Einmal pro Woche kommt Elisabeth Trybek vorbei und trainiert mit der kleinen Seraphina. „Bei Kindern mit Beeinträchtigung ist es wichtig, dass sie spüren, was alles zu ihrem Körper gehört“, sagt die Frühförderin. Deshalb die große vibrierende Trommel, auf der Seraphina trommeln, aber auch sitzen oder liegen kann. Und sie genießt es sichtlich.

Zwölf Stunden nach der Geburt habe man Seraphina auf die Kinderstation gebracht, erzählt Kathrin Erenyi, die Mutter des 16 Monate alten Mädchens. Seraphina hatte einen Herzfehler, der mittlerweile operiert ist, und es bestand der Verdacht auf Trisomie 21. „Die folgende Woche war eine der schlimmsten meines Lebens“, sagt Erenyi. Dann bekamen sie und ihr Mann Oliver die Diagnose serviert: Down-Syndrom.....
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Wenn's Baby nicht brabbelt
Copyright © RP Online

Bei Auffälligkeiten in der frühkindlichen Entwicklung sind Familie, Freunde und der Kinderarzt in der Regel die ersten Ansprechpartner. Spezifischen Rat bietet die Frühförderung der Lebenshilfe Kreis Mettmann.

Frühförderung der Lebenshilfe, Bregenzer Straße 12, Monheim, Tel. 64778.
Frühförderung bei Kleinkindern heißt, Auffälligkeiten oder Beeinträchtigungen rechtzeitig zu erkennen. RP-Redakteurin Petra Czyperek sprach mit Birgit Cordes-Lacerenza (41), Leiterin der pädagogischen Frühförderung der Lebenshilfe im Kreis Mettmann, über individuelle Ansätze.

Leistungsdenken beginnt oft schon in der Krabbelgruppe: Eltern vergleichen dort bereits die Entwicklung ihres Kindes mit den Kenntnissen und Fähigkeiten der Spielgefährten. Dennoch sind viele Eltern unsicher wie sie ihre Kinder fördern können.

Cordes-Lacerenza Wir betreuen die ganz kleinen Kinder bis drei Jahren. Da spielt das Konkurrenzdenken noch nicht so eine große Rolle. In den Krabbelgruppen fangen die Vergleiche natürlich an. Eltern sehen vielleicht, dass ihr Kind noch nicht so fit ist wie andere. Viele Eltern wissen in dieser Situation aber nicht genau, was sie tun müssen. Weil es die typische Großfamilie in der Regel nicht mehr gibt, sind sie unsicher, an wen sie sich wenden können. Es fehlen Vorbilder und Ansprechpartner....
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Dankeschön für die Diakonie
Copyright © Thüringische Landeszeitung / Katja Schmidtke

Franziska kann sich ein Leben ohne die Diakonie nicht vorstellen. "Es macht einfach Spaß", sagt die 22-Jährige ganz selbstverständlich. Franziska hat das Down-Syndrom und jeden Dienstag und Mittwoch besucht sie die Betreuungsangebote der Diakonie Ostthüringen. Kochen, Backen, Hauswirtschaft gefallen Franziska ganz besonders. Doch sie hat noch viel mehr Talente, etwa sich in einem Saal mit 200 Besuchern auf eine Bühne zu stellen.
Zur Weihnachtsfeier der Diakonie spielte Franziska mit anderen aus ihrer Betreuungsgruppe Märchen. Franziska mimte das Dornröschen, ihr Kumpel Ronny den Froschkönig. Den Applaus haben sie alle genossen. "Es ist das erste Mal, das wir so eine große Weihnachtsfeier auf die Beine stellen", erzählt Doris Staps, Fachbereichsleiterin für ambulante Behindertenarbeit der Diakonie Ostthüringen. Alle waren sie dabei: die Wohngruppe wie diejenigen, die die Betreuungsangebote nutzen, Angehörige der behinderten Menschen ebenso wie alleinlebende Behinderte. Die Feier sei auch eine gute Gelegenheit, um zu sehen, was nach der Wende in der Ostthüringer Diakonie gewachsen sei, erinnerte Frau Staps. Begonnen habe man mit acht Behinderten in der Betreuung. "Heute kümmern wir uns um etwa 150 Familien in Gera und Weida", sagte sie....
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Langweiliges Lappland - oder etwa nicht?
Copyright © 2009 Frankfurter Rundschau

Wer will denn schon im Winter nach Lappland reisen, Schwedens hohem Norden? Dort ist es um diese Jahreszeit knackig kalt, und die Sonne geht schon gleich nach Mittag wieder unter. Robin und Mike, Zwillingsbrüder aus Berlin, fahren ziemlich lustlos dorthin, zusammen mit ihrem kleinen Bruder Luke und der Mutter, die in Schweden einen Liebsten hat....
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Ohne Scheuklappen
© SÜDKURIER GmbH 2009 / Cornelia Giebler

Heute öffnet Thomas Klötzer die Türe im SUEDKURIER – Adventskalender. Er wohnt mit seiner Familie im Seebacherweg 15. Das gemütliche Esszimmer ist adventlich geschmückt. Eine ganze Reihe von Porträts und Gruppenbildern hängt an der Wand – man spürt den Familiensinn der Bewohner und spürt familiäre Wärme.

Thomas Klötzer hat vor zwei Jahren mit anderen und mit Unterstützung der Seelsorgeeinheit Stockach die Gruppe „Unbehindert miteinander leben“ gegründet. „Dies ist geschehen aus eigener Betroffenheit, unser Benjamin hat das Down-Syndrom“, gibt er zu verstehen. Der Ansatz für die Initiative, die auch in Pfarrer Lienhard einen großen Unterstützer fand, lautete: miteinander Freizeit gestalten. Und so fand im September 2007 der erste Begegnungsnachmittag im Pallottiheim statt – zum Kennenlernen und mit kleinem Rahmenprogramm....
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TV-Tipps, Elterngruppe, Helden des Alltags, Best Buddies, Literaturpreis und noch einmal Seelenvögel

Mittwoch, 2. Dezember 2009

NDR 3. Dezember 18:15 Uhr

Reportage: Hamburger mit Down-Syndrom

Nicki Gerlach ist 22 Jahre alt und spielt Theater, Hockey, Klavier. Doch er ist anders als andere Erwachsene: Er hat das Down-Syndrom. Für den jungen Mann ist das kein Grund, auf etwas zu verzichten. In der Nordreportage „Nicki erobert das Leben“ gibt Gesa Berg einen Einblick in seinen Alltag in Hamburg: Wie lebt er? Wo arbeitet er? Was denkt er und wie fühlt es sich an, anders zu sein? .....



SWR 4. Dezember 18:15 Uhr

Ein behindertes Mädchen sucht seinen Weg




Vöcklabruck: Mütter gründen Down-Syndrom-Eltern-Gruppe

„46+1" nennt sich die Eltern-Kind Gruppe, die von den Müttern Ursula Fehringer aus Attnang-Puchheim und Birgit Brunsteiner aus Vöcklabruck ins Leben gerufen wurde. „46+1" ist eine Anspielung auf die 47 Chromosomen, die Menschen mit Down-Snydrom in ihren Körperzellen tragen - im Vergleich zu den 46 der anderen. Bei den gemeinsamen Treffen geht es in erster Linie um einen Austausch zwischen den Eltern und das gemeinsame Spiel der Kinder in angenehmer Atmosphäre.......




Preis für "Helden des Alltags"

... Eine von ihnen ist Angelika Schloeßer. Die 55-Jährige unterrichtet an der Georgschule, einer Hauptschule im nordrheinwestfälischen Euskirchen Deutsch, Erdkunde und katholische Religion. In der Abschlussklasse, von der sie via Online-Netzwerk vorgeschlagen wurde, gab es zwei an Trisomie 21 (Down-Syndrom) erkrankte Schüler. "Sie haben uns mit Geduld und Ausdauer klargemacht, dass so etwas jedem und jederzeit passieren kann, und wir ganz normal mit ihnen umzugehen haben", schreibt die Klasse in einem Dankesbrief an die Lehrerin. Die gelungene Integration der behinderten Mitschüler sieht auch Schloeßer als Hauptgrund für die Nominierung ...




„Best Buddies“ - Freundschaft als Lebenshilfe

Der Verein „Best Buddies“ vermittelt Freundschaften zwischen Menschen mit und ohne geistige Behinderung. Zum heutigen internationalen Tag der Behinderten hat die PNP ein Treffen unter Buddies (Freunden) in Passau begleitet....




Literaturpreis: Schreiben mit Downsyndrom

Das Vorurteil, dass Menschen mit Downsyndrom nicht lesen und schreiben können, ist weit verbreitet. Der Literaturpreis Ohrenschmaus beweist das Gegenteil: Seit drei Jahren reichen stets über hundert lernbehinderte Menschen ihre selbst geschriebenen Geschichten, Gedichte oder Lebensberichte ein. „Nicht Mitleidsbonus. Einfach Literatur“, sagte Felix Mitterer, der den Ehrenschutz über hat....



Ein kluger Film über das Leben

Es ist die schlimmste Angst aller Eltern: Was wird, wenn das eigene Kind krank wird und früh stirbt ? Da wird am Wesentlichen gerührt und all jene, die heil davongekommen sind, wollen es vielleicht gar nicht so genau wissen. Thomas Riedelsheimer muss gewusst haben, dass er keinen Publikumsrenner dreht, als er fast drei Jahre lang mit der Kamera drei Familien begleitete, in denen ein Kind an Leukämie erkrankt war....

Kritisch hinterfragt (Schweiz): 3. Dezember - Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung

Montag, 30. November 2009

© Pro Infirmis

5 Jahre Behindertengesetz - Was hat es gebracht?

Das am 1. Januar 2004 in Kraft getretene Bundesgesetz über die Beseitigung von Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen (Behindertengleichstellungsgesetz, BehiG) untersagt Benachteiligungen in folgenden Bereichen:

Bau
Öffentlicher Verkehr
Dienstleistungen (staatlich und privat)
Aus- und Weiterbildung

Zugleich stellt es gewisse weiche Anforderungen an die Kantone im Rahmen des obligatorischen Schulunterrichts sowie an den Bund betreffend Erwerbsleben.

Aus behindertengleichstellungsrechtlicher Sicht zeigen sich folgende Probleme und Herausforderungen:

Erwerbsleben praktisch nicht von BehiG erfasst

Das BehiG sieht mit Ausnahme von weichen Regelungen bei Anstellungsverhältnissen mit dem Bund keine ausdrücklichen griffigen rechtlichen Vorkehrungen zur Bekämpfung von Benachteiligungen im Erwerbsleben vor. Dies ist problematisch, denn: Menschen mit Behinderung sind im besonderen Masse beim Zugang, während des Arbeitsverhältnisses und im Rahmen von Kündigungen von Diskriminierung und Benachteiligung betroffen.


Schutz vor Diskriminierung bei privaten Dienstleistungen zu schwach

Art. 6 BehiG sieht vor, dass privaten Dienstleistungsanbietern einzig krasse Formen der Diskriminierung (segregierendes Verhalten) untersagt sind. Dies ist problematisch, da Menschen mit Behinderung in der Regel auf angemessenen Ausgleichshandlungen angewiesen sind (wie z.B. Untertitelung in Kinos, Menükarten in Braille-Schrift, barrierefreie Internetseiten, unkomplizierte Dienstleistungserbringung etc.). Auf der geltenden Gesetzesgrundlage können die privaten Dienstleistungsanbieter jedoch nicht zu Fördermassnahmen und angemessenen Vorkehrungen verpflichtet werden.


Lange Übergangsfristen beim öffentlichen Verkehr

Die Anpassungsfristen für die Beseitigung von Benachteiligungen bei den Kommunikationssystemen und Billettausgaben (Ende 2013) sowie die Bauten und Anlagen sowie Fahrzeuge für den öffentlichen Verkehr (Ende 3023) sind zu lange. Dadurch wird eine vernünftige und rasche Gleichstellung von Menschen mit Behinderung im öffentlichen Verkehr auf unangenehme Weise verlängert.


Integrative Schule als Ausnahmefall

Zwar werden die Kantone in Art. 20 BehiG aufgefordert dafür zu sorgen, dass behinderte Kinder und Jugendliche eine Grundschulung erhalten, die ihren besonderen Bedürfnissen angepasst sind sowie mit entsprechenden Schulungsformen die Integration behinderter Kinder und Jugendlicher in die Regelschule zu fördern. Hingegen zeigt sich, dass die Kantone ihre Aufgaben sehr unterschiedlich wahrnehmen. Integration ist bei Weitem noch kein erreichtes Ziel.


Fehlende Sensibilität der Behörden bei der Umsetzung

Auch in den in der Regel gesetzgeberisch gut regulierten Themenfelder fehlt es bei den zuständigen Umsetzungsbehörden vielfach an der notwendigen Sensibilität. Beispiele: Leider kommt es immer noch vor, dass Gehörlosen bei Kontakten mit den Behörden die Finanzierung eines Gebärdendolmetschers verweigert wird. Auch gibt es noch eine relativ grosse Anzahl von Baubewilligungsbehörden, welche die rechtlichen Vorgaben zu wenig genau beachten.

Arbeitskreis Down-Syndrom zeigt Ausstellung in der Stadtbücherei Bad Oeynhausen

Mittwoch, 4. November 2009

Glückliche Väter sollen helfen

Lachend werden sie in die Luft geworfen. Glücklich kuscheln sie sich in die Arme ihrer Papas und strahlen. Die Ausstellung "Außergewöhnlich: Väterglück" zeigt Kinder mit Down-Syndrom gemeinsam mit ihren Vätern.
(Siehe auch: Der Auftrag)

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Vom 9. November bis 4. Dezember hängen die großformatigen Fotografien in der Stadtbücherei im Lenné-Karree. Eröffnet wird die Ausstellung am 9. November um 17 Uhr.

"Wir wollen damit Berührungsängste nehmen und vor allem anderen betroffenen Eltern helfen und Fragen beantworten", erklären Elisabeth Van der Velde und Anja Döhr, die gemeinsam den Elternstammtisch "Down-Syndrom" ins Leben gerufen haben.

Die Fotos stammen von Cornelia Wenk, die ebenfalls Mutter einer Tochter mit dem Down-Syndrom ist. Im vergangenen Jahr hatte sie die Bilder bereits als Buch veröffentlicht. Van der Velde und Döhr hatten ihre Ausstellung in Bielefeld gesehen und dazu angeregt, die Fotos auch in Bad Oeynhausen auszustellen.

"Als ich damals mit meiner Tochter schwanger war, fehlte mir der Ansprechpartner", erzählt Van der Velde, so sei der Elternstammtisch entstanden. Heute will sie selbst anderen Eltern helfen.

"Für die Dauer der Ausstellung wird jeden Donnerstag zwischen 16 und 18 Uhr einer von uns in der Bücherei sitzen und Fragen beantworten", so Van der Velde.

Auch die Leiterin der Stadtbücherei, Cornelia Lindhorst-Braun, ist begeistert von dem Projekt. In einer Broschüre hat sie eine Auswahl von Literatur zum Thema Down-Syndrom zusammengestellt. "So kann man den Leuten die Scheu nehmen, sich mit Behinderten zu beschäftigen", hofft sie.

Copyright © Vlothoer Anzeiger 2009
Dokument erstellt am 03.11.2009 um 22:25:03 Uhr

Down-Syndrom Blogs - in eigener Sache: Änderung des Konzepts

Freitag, 30. Oktober 2009

Liebe Leser!

Nach langem Hin-und Her in meinem aufgrund Krankheit meines kleinen Maximilians (siehe Foto unten) ein wenig unkonzentrierten Hirn habe ich mich entschlossen, die "Strategie" dieser Seiten ab sofort zu ändern.
Erlauben Sie mir zu erklären, was mich dazu bewog.

Die Anzahl deutschsprachiger Blogs, die sich mit dem Extrachromosom befassen und die man als aktiv und persönlich bezeichnen kann, ist wesentlich geringer als erhofft. Aber ich habe jetzt endgültig den geistigen "Nein"-Knopf gedrückt, was die Versuchung anbelangt, Blogs in anderen Sprachen en gros hier aufzunehmen.

Ein Postfriedhof sollen die "Down-Syndrom Blogs" aber auch nicht werden, wenn Sie mir diesen Ausdruck verzeihen, denn eigentlich sollte hier mindestens einmal pro Tag etwas veröffentlicht werden. Da dies mit der Vorstellung von Blogs nach meinen 3 Kriterien (deutschsprachig, persönlich & aktiv) nicht zu realisieren ist, werden ab sofort:

Medienberichte, Fotos, Videos etc. hier erwähnt werden, die mit dem Extrachromosom zu tun haben. Deutschsprachig oder auch nicht.

Alle deutschsprachigen, aktiven und persönlichen Down-Syndrom Blogs in meinen Listen (siehe rechte Navigationsleiste) zu führen, bleibt natürlich weiterhin nicht nur mein Bestreben, sondern hat Vorrang vor allem anderen.

Für jegliche Unterstützung in Form von Hinweisen auf Blogs, Berichte, Events, Bücher, Kalender oder Sonstiges; in Form von Weitersagen, Verlinkung etc. bin ich ohne Frage sehr dankbar.

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Auf einander zu

Sonntag, 6. September 2009

Am 17. April 2007 kam Mirjam in unsere Welt. Sie brachte ein Chromosom mehr mit als ihre Geschwister und damit die Kraft, ganz schön viel zu bewegen. Dieses Blog begleitet mich zurück in die Erinnerungen an die Zeit vor der Geburt, an die ersten Lebenswochen, hinein in das Gefühlschaos nach der Diagnose, soll jedoch auch aktuelle Erlebnisse aus ihrem Alltag und unserem mit ihr zeigen.

Am 14. Februar 2009 hat uns unser Sonnenschein wieder verlassen. Dafür war das Blog nicht vorgesehen, nie und nimmer. Und nun versuche ich, das aufeinanderzu neu zu verstehen.

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