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Neues Buch: Meine besondere Tochter - Liebe zu einem Kind mit Behinderung von Doro May

Montag, 21. Juni 2010

Artikel von Andreas Laska
bei PR Inside
Foto Cover: Augsburger Sankt Ulrich Verlag
Download Cover (300 dpi)

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„Herzlichen Glückwunsch. Was ist es denn?", fragt die Putzfrau im Krankenhaus. „Es ist – behindert antwortet die junge Mutter und erschrickt über sich selbst. Doch Doro May lernt schnell. Ihre Tochter Tina ist nicht nur schwerbehindert, sie ist auch etwas ganz Besonderes. Ihr „Anderes Kind“ hat eben andere Pläne mit ihr und zeigt ihr eine Welt, die sie bis dato nicht kannte. Wie Doro May diese Welt entdeckt, sie trotz
aller Sorgen und Ängste mehr und mehr schätzen und lieben lernt, beschreibt sie in ihrem bewegenden autobiografischen Buch. „Meine besondere Tochter. Liebe zu einem Kind mit Behinderung“ lautet der Titel des Bandes, der dieser Tage im Augsburger Sankt Ulrich Verlag erscheint.

Nicht ist mehr wie früher in Doro Mays Leben, seit Tina auf der Welt ist. Das „Andere Kind“ krempelt den Haushalt der Mays gründlich um – was bisweilen sogar wörtlich zu verstehen ist. Tina hat das Down Syndrom und ist Autistin. An sie heranzukommen ist schwer, für Außenstehende gar oft unmöglich. Oft zerrt sie mit aller Kraft an den Nerven ihrer Eltern. Doro May aber liebt ihre Tochter von ganzem Herzen, lässt keine Therapie und keine Förderung aus, die ihr „Anderes Kind“ weiterbringen könnte. Sie kämpft – gegen Vorurteile, gegen Schubladendenken und gegen bürokratische Hürden, vor allem aber für ihr Kind. Und sie holt schließlich das Beste für Tina heraus.

„Meine besondere Tochter“ ist der Lebensbericht einer starken Frau, ein Buch nicht ohne drastischen Realismus und doch voller Wärme und Liebe. Ungeschminkt, authentisch, berührend.


Die Autorin:
Doro May wurde 1953 in Essen geboren und studierte Germanistik, Musik und Erziehungs-wissenschaften. Seit mehr als 20 Jahren unterrichtet sie an einem Aachener Gymnasium Deutsch, Musik und Pädagogik. Sie ist verheiratet und hat drei Töchter. Tina ist ihre zweite Tochter.


Doro May
Meine besondere Tochter
Liebe zu einem Kind mit Behinderung
ISBN 978-3-86744-161-2
kt, 144 Seiten, 135 mm x 210 mm
EUR 16,90 (D), sFr 28,50, EUR 17,40 (A)

Down-Syndrom: Die neusten Pressemeldungen

Mittwoch, 2. Juni 2010

Über das Buch "Aus dem Bauch heraus. Pränataldiagnostik und behindertes Leben" von Franz-Joseph Huainigg und der Aktion Leben wird im österreichischen Original Text Service berichtet.

Im Zusammenhang mit dem Run for Children" spricht die Erste Vorsitzende des Elternkreises Down Syndrom Aleksandra Wabra über Integration, Unterforderung, Förderung u.v.m.: Rhein-Zeitung.

Wie Lukas so ist - davon erzählt uns Juliane Maier. Von einem Jungen, der Schüler in der Klasse 3b der Grundschule in Ranis (Thüringen) sein darf. Und davon, was seine Mitschüler davon halten: TLZ.de

Aus dem Chiemgau wird uns berichtet, wie Sonja Huber aus Schwindegg einen Luftballon-Weitflugwettbewerb gewann (ihr Ballon flog über 200 KILOmeter!) und sich nun auf einen Besuch im Legoland freuen darf. Eine Aktion der Selbsthilfegruppe „Von wegen Down“: Chiemgau online

Über die Eröffnung der Vernissage „Die Besonderen“ im „Haus Walstedde“ im gleichnamigen nordwestdeutschen Ort berichtet Nicole Krellmann: IVZ online.

Gemeinsam anders leben - Mehr vom Leben

Donnerstag, 27. Mai 2010


So klappt's
Von Nathalie Göbel im SÜDKURIER

Alle reden von Integration. Ob es um ausländische Mitbürger geht oder um Menschen mit Behinderung, das Schlagwort lautet „Integration“ und oft mag man das Wort gar nicht mehr hören.

Zu viele halbherzige Projekte werden gestartet, die nach kurzer Zeit wieder in der Versenkung verschwinden. Entweder, weil sie niemand weiterverfolgt oder weil sie schon von Anfang an nicht darauf ausgelegt waren, länger zu bestehen.

Der kleine St. Georgener Verein „Gemeinsam anders leben“ zeigt, dass es auch anders gehen kann. Petra Misselwitz arbeitet trotz Down-Syndrom im Laden, und das nicht nur einmal pro Woche oder als „Projekt“, sondern mit einem Arbeitsvertrag. Dieser garantiert ihr eine Halbtagsstelle und Aufgaben, die sie darin bestätigen, dass eine Behinderung nicht zwingend den Ausschluss aus dem „normalen“ Erwerbsleben bedeutet.

Die Kunden wiederum kommen ganz unbefangen mit einem Menschen mit Behinderung in Kontakt. So einfach kann Integration funktionieren – ohne Worthülsen, „Projekte“ und Politiker, die meistens auch nicht wissen, wen sie eigentlich wie integrieren möchten.

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Integration beginnt an der Ladentheke
Von Nathalie Göbel im SÜDKURIER

Petra Misselwitz hat das Down-Syndrom und arbeitet seit knapp einem Jahr im „Anderen Laden“ in St. Georgen

An diesem Vormittag ist im „Anderen Laden“ viel los. Gerade noch hat Petra Misselwitz die Second-Hand-Bekleidung wieder ordentlich ins Regal sortiert, da kommt bereits die nächste Kundin. Monika Storz sucht Tassen und Kerzenleuchter für eine größere Familienfeier. So viele, wie sie benötigt, hat sie gar nicht zu Hause vorrätig. Dafür wird sie in der Flohmarktabteilung des Ladens fündig. „Ich finde eigentlich fast immer etwas“, lacht sie.

Petra Misselwitz sorgt derweil dafür, dass die Einkäufe sicher verpackt werden. Sorgfältig packt sie Tassen und Kerzenleuchter in Zeitungspapier ein und rechnet aus, was die Kundin bezahlen muss. „Kassieren, das ist Übungssache“, sagt sie selbstbewusst. Für Petra Misselwitz ist die Arbeit im Laden nicht einfach nur ein Job. Die 40-Jährige hat das Down-Syndrom. Längst nicht alle Menschen, die von dieser Chromosomenstörung betroffen sind, können arbeiten gehen. Viele sind in Werkstätten beschäftigt – für Petra Misselwitz nicht das Richtige.

„Die Werkstattarbeit war für Petra zu monoton“, sagt Bettina Knieß, die gemeinsam mit ihrem Mann Bernhard Anfang 2009 den Verein „Gemeinsam anders leben“ gegründet hat. Die Arbeit mit Menschen ist Petra Misselwitz gewöhnt: Sie arbeitete 14 Jahre lang als Hilfskraft im Kindergarten Schatzinsel. Kleine hauswirtschaftliche Arbeiten gehörten ebenso zu ihren Aufgaben wie das Spielen mit den Kindern.



Alles anders oder ganz normal?
Gefunden in der Frankfurter Neuen Presse

Unter dem Motto «Frauen sind anders – Männer auch» waren vor einem Jahr Menschen mit Behinderung zu einem Schreibwettbewerb aufgerufen. Die jetzt in «Mehr vom Leben» versammelten Texte sind unverstellt authentisch. Sie reichen von prägnanten Zitaten und Gedichten über autobiografische Skizzen bis zu psychologisch treffenden Minidramen und satirischen Kurzgeschichten.

Ihr Anderssein hebt Gehandicapte hervor, aber noch immer sind verschämtes Wegschauen und reflexartiges Mitleid die überwiegenden Reaktionen. Was Frauen und Männer mit den unterschiedlichsten Einschränkungen wirklich bewegt – ihre Pläne und Träume, ihre Vorstellungen von Glück und Liebe, auch ihre Trauer und Resignation – lässt sich hier erfahren. Und so manches lieb gewonnene Vorurteil kann ad acta gelegt werden: etwa jenes, Behinderte würden nur unter ihresgleichen optimal gefördert. Die junge Frau mit Downsyndrom, die von ihrem hervorragenden Hauptschulabschluss an einer normalen Schule erzählt, ist der überzeugende Beweis für die Vorteile des integrativen Lernens.

«Mehr vom Leben» ist anregend und informativ, klug und witzig – auch und vor allem für Menschen ohne Behinderung. kab

Julia Fischer / Anne Ott / Fabian Schwarz (Hg.): «Mehr vom Leben. Frauen und Männer mit Behinderung erzählen». Balance Buch + Medien, Bonn. 279 S., 14,95

Da rein ---> da raus: Ohrenkuss .... ein neuer, feiner Bericht zur Zeitschrift und zur aktuellen Ausgabe "Unsichtbar"

Dienstag, 23. März 2010

von Claus-Dieter Stille in der Reader's Edition
Foto: Autor Michael Häger demonstriert den Ohrenkuss, Copyright: Ohrenkuss

Da rein da raus: Ohrenkuss .... ein neuer, feiner Bericht zur Zeitschrift, Arbeit Beruf Schule Ausbildung, Behinderung Handicap, Buch Literatur, deutsch, Deutschland, Down Syndrom, Down-Syndrome, Extrachromosom, Geschichten Stories, Trisomie 21, aktuellen Ausgabe UnsichtbarZu meiner Kindheit sagte man noch unbedacht Neger zu farbigen Menschen. Jedenfalls dann, wenn wir dieses Wort von unseren Eltern zuvor gehört und damit verinnerlicht hatten. Zumindest traf dieses Nicht-Bedenken wohl in der Regel auf uns Kinder zu. Als die wir den - bei farbigen Mitmenschen (die zu dieser Zeit im Stadtbild zumeist nur in Gestalt von afrikanischen Studenten vorkamen), wie wir erst später lernten, freilich zu recht negativ besetzten Begriff - ja für völlig normal hielten. Die Dinge aber bleiben nicht so wie sind sind…

Die sind krank. Punkt

Ähnlich unbedacht übernahmen wir später, schon in der frühen Schulzeit, in Bezug auf ab und an im Straßenbild augenscheinlich - im Gegensatz zu uns - eindeutig anders aussehenden Menschen, andere Bezeichnungen, die heute - dem gesellschaftlich errungenen Fortschritt sei es gedankt - ebenfalls längst aus unserem Vokabular gestrichen sind. Wenn wir zu jener Zeit, wohl etwas verwirrt angesichts dieser andersartig wirkenden, uns zuweilen, meist in der Gruppe begegnenden Menschen, Erwachsene über diese befragten, erhielten wir unterschiedliche Antworten. Manche der Erwachsenen sagten uns, es handele sich um mongoloide Menschen. Und Mongolismus sei eben eine Krankheit. Punkt. Oder einfach: Die sind krank. Andere hielten diese Menschen schlicht für bekloppt. Was uns verstörte. Näher nachzufragen, getrauten wir uns nicht. Den meisten Erwachsenen wäre das wohl auch unangenehm gewesen. Das war zu spüren.

Andere Kinder ließen sich sogar dazu verleiten, die Mongoloiden zu verspotten. Man sagt: Kinder können grausam sein. Und es stimmt. Mongoloid bedeutete nichts weiter als dem Mongolen ähnlich. Später, so erinnere ich, hörte ich betreffs dieser Krankheit auch noch die Bezeichnung trisomaler Schwachsinn.

Das Down-Syndrom

Unterschiedliche Begriffe für ein und dieselbe Krankheit, die mehr oder weniger einmal entweder hier oder dort gang und gäbe waren. Inzwischen gehören sie der Vergangenheit an. Nicht nur aus Rücksichtnahme auf das Volk der Mongolen. Man spricht heute betreffs dieser genetisch bedingten Entwicklungshemmungen und Veränderungen des Erscheinungsbildes eines Menschen vom Down-Syndrom. Benannt nach dem britischen Arzt J. L. H. Down. Menschen mit Down-Syndrom haben 47 Chromosomen, eines mehr als die anderen. Bei ihnen ist das 21. Chromosom dreimal vorhanden. Weshalb man auch von einer Trisomie 21 spricht.

Katja de Braganca kam in Madrid die Idee zum Projekt OHRENKUSS

Im Allgemeinen gingen zunächst auch Experten davon aus, dass Kinder mit Down-Syndrom nicht lesen, geschweige denn schreiben können. Vorkommende, scheinbare Gegenbeweise wurden auch von Humangenetikern in der Regel so erklärt: Die Betreffenden hätten die Texte wahrscheinlich irgendwo abgeschrieben. Umso mehr staunte die Humangenetikerin Katja de Braganca, die 1987 auf einer Tagung in Madrid einem interessanten Vortrag mit dem Thema “Lesen und Schreiben - Lernen bei Kindern mit Down-Syndrom” lauscht: Plötzlich bleibt ihr Blick auf einer Overhead-Projektion haften. Darauf zu lesen ist die Geschichte von Robin Hood, geschrieben von einem Jungen mit Down-Syndrom. Katja de Braganca ist damals spontan begeistert. Hauptsächlich von dem witzigen Schreibstil des Autors. Auf der Stelle erinnert sie sich an die Zeit ihrer Diplom- und Doktorarbeit am Bonner Institut für Humangenetik, in der sie viele Menschen mit Down-Syndrom kennengelernt hatte. Unter ihnen befanden sich viele Jugendliche. Und es war durchaus vorgekommen, dass bei Gesprächen mit denen plötzlich jemand äußerst stolz etwas Geschriebene präsentierte. Katja de Braganca verband beide Erlebnisse. Eine Idee begann Gestalt anzunehmen: Eine Zeitschrift, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom. Die Idee wurde in die Tat umgesetzt. Die Zeitschrift erhielt den Namen OHRENKUSS. Er ist leicht erklärt. Auf dem oben stehenden Photo zeigt Ohrenkuss-Autor Michael Häger, was mit “Ohrenkuss…da rein, da raus” gemeint ist: Mit dem Zeigefinger der linken Hand zum linken Ohr hin. Und mit dem Daumen der rechten Hand vom rechten Ohr weg zeigen:

Da rein, da raus. Was das bedeutet? Vieles geht in den Kopf hinein. Das meiste geht aber auch wieder hinaus. Nur das Wichtigste bleibt drin. Und dies ist ein OHRENKUSS.


OHRENKUSS fand inzwischen viele Unterstützerinnen und Unterstützer
Vor Jahren sorgte Alfred Biolek , der Katja de Braganca in seine Talkshow eingeladen hatte dafür dass das Projekt OHRENKUSS einem breiteren Publikum bekannt wurde. Nicht zuletzt dadurch gewann OHRENKUSS zahlreiche Förderer und hat inzwischen viele Unterstützerinnen und Unterstützer landauf landab. Und den Autoren und der Redaktion von OHRENKUSS macht die Arbeit jedesmal wieder aufs Neue Spass. Der Erfolg gibt dem Projekt recht und macht unablässig Lust, die Arbeit weiter fortzusetzen. Die Volkswagen-Stiftung föderte das Magazin. Das Projekt wurde prämiert. Es erhielt u. a. eine Auszeichnung im Wettbewerb “Demokratie leben”, seitens des damaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse.

Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar
Soeben ist die neueste Ausgabe von OHRENKUSS ausgeliefert worden. Der Titel: UNSICHTBAR. Auf dem Cover ein Ultraschall-Bild von Matteo Zandegiacomo. Er ist auf dieser Aufnahme nur ein paar Wochen alt und ungeboren. Auf Seite 3 ist er fast zwei Jahre. “…hat 47 Chromosomen”, heißt es im neuen OHRENKUSS, “und wird hoffentlich irgendwann beim Ohrenkuss mitschreiben.” Weiter kann man dort lesen: “Menschen mit Down-Syndrom sind immer erkennbar (das nervt sie manchmal) - weil die Auswirkungen des dritten Chromosoms 21 sichtbar sind. Man erkennt sie und meint sie zu kennen - vor der Geburt und auch im Leben. Schon Antoine de Saint-Exupéry (der Autor von DER KLEINE PRINZ; C.-D. Stille) wusste es besser: ihm war klar, dass das Wesentliche für die Augen unsichtbar ist.”

Scheinbar Gewohntes mit anderen Augen neu erblicken

Den OHRENKUSS zu lesen ist jedesmal wieder ein außergewöhnliches Erlebnis. Die in dem Magazin versammelten Texte kleiden eine auf den ersten Blick ungewohnte Autoren-Sicht auf die Welt und die Dinge des Lebens in oft tief berührende Worte, welche einem als Leser so sicherlich noch nie gekommen sind und uns deshalb in die Lage versetzen können, manches - scheinbar Gewohntes - mit ganz anderen Augen völlig neu zu erblicken.

Die OHRENKUSS-Autoren schreiben ihre Texte selbst auf dem Papier oder am Computer oder diktieren sie. Auf die Schreibweise wird kein Einfluss genommen. Die Texte werden somit auch nicht verbessert. Sie erscheinen dann im Heft genauso wie sie von den Autoren erdacht und geschrieben wurden. Gerade dies verleiht den Texten einen ganz besonders außergewöhnlichen Charakter und hinerläßt bei den Rezipienten des Magazins einen nachhaltigen, wie gleichermaßen nachdenklich stimmenden Eindruck.

In diesen Zustand kann sich jede(r) versetzen und dabei gleichzeitig auch noch ein tolles Projekt unterstützen. OHRENKUSS kann abonniert werden. Das Abonnement des halbjährlich erscheindende Magazins, von Anfang bis Ende gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, kostet 19,60 Euro pro Jahr (zzgl. 2 Euro für Porto und Versand). Hier ein Einblick in das aktuelle Heft “Unsichtbar”.

Warum mir am Anfang dieses Textes eingefallen ist, dass wir als Kinder nichts dabei fanden, farbige Mitmenschen Neger zu nennen? Ganz einfach: Weil Dinge sich ändern und Menschen zu neuen Erkenntnissen kommen können…

Buchtipp: Karen Kingsbury - Wege des Herzens (Der schwere Weg in die Selbstständigkeit)

Donnerstag, 18. Februar 2010

Von Christiane Kathmann bei SOUND7.de


Buchtipp: Karen Kingsbury - Wege des Herzens (Der schwere Weg in die Selbstständigkeit), Behinderung Handicap, Buch Literatur, deutsch, Down Syndrom, Down-Syndrome, Extrachromosom, Geschichten Stories, Integration integrativ, Trisomie 21, USA,
»Wege des Herzens« ist der in sich abgeschlossene Fortsetzungsroman von »Tausend Morgen mit dir«. Karen Kingsbury erzählt darin eine wunderschöne Geschichte über ein Leben mit behinderten Menschen und deren Weg in die Selbstständigkeit.

In »Tausend Morgen mit dir« wurde die traurige Liebesgeschichte des Bullenreiters Luke und seiner Kollegin, der Rodeoreiterin Jessie, erzählt - traurig, weil diese sehr jung an einer unheilbaren Krankheit stirbt. Luke ist auch vier Jahre später noch nicht über ihren Tod hinweggekommen und verlässt das Rodeo, weil ihn dort alles an Jessie erinnert.

Er verbringt den Urlaub bei seinen Eltern und dem jüngeren, geistig behinderten Bruder Carl Joseph. Seit kurzem geht dieser in ein Lernzentrum für Menschen mit Downsyndrom und hat große Fortschritte auf dem Weg in die Unabhängigkeit gemacht. Luke jedoch ist schockiert von dem Gedanken, seinen Bruder alleine leben zu lassen. Dies macht er auch der jungen Lehrerin Rebekka deutlich, die selbst am Verlust der Liebe ihres Lebens leidet.

Klingt wie eine typische Liebesgeschichte: Zwei Menschen mit gebrochenen Herzen, die eigentlich gut zusammenpassen würden, wäre da nicht ...
Gar nicht typisch ist jedoch der Konflikt, der die beiden trennt: Wie viel Selbstständigkeit kann man Menschen mit Downsyndrom zumuten, ohne sie zu gefährden? Mehrmals wird in dem Roman deutlich, dass es für Menschen wie Carl Joseph lebensgefährlich sein kann, alleine zu sein, denn das Downsyndrom geht oft auch mit körperlichen Problemen einher. Dabei bleibt die Geschichte jedoch nicht bei der Lehrerin und dem Bullenreiter stehen, auch Carl Joseph hat ein Wörtchen mitzureden in Sachen Unabhängigkeit.

»Wege des Herzens« ist ein sehr berührender Roman, der hilft, geistig behinderte Menschen und ihre Angehörigen besser zu verstehen. Und manchmal stellt sich die Frage, ob wir im Himmel nicht herausfinden werden, dass wir die eigentlichen Behinderten waren.

Verlag Gerth Medien, 2010
ISBN 978-3-86591-487-3
Preis 14,95 Euro


Filmtipp, diskriminierende Puppen und noch einmal Einleben

Samstag, 16. Januar 2010

Medienwerkstatt drehte Film über Down-Syndrom
© NÜRNBERGER NACHRICHTEN

Fast ein Jahr lang hat die Medienwerkstatt Franken an einem Film über das Leben mit Down-Syndrom gearbeitet. Er ist am Sonntag (17. Januar) um 19 Uhr auf Franken TV und um 21 Uhr auf Franken TV und Franken SAT zu sehen (Wiederholung am 31. Januar).

Vier Familien aus Mittelfranken stellt der Film vor, angefangen von einer Familie aus Uffenheim, deren Sohn erst 2009 zur Welt kam bis hin zu einer Familie aus Happurg, deren Kind nun seinen 29. Geburtstag feiern konnte - und das eine feste Stelle auf einem Bauhof hat. In Gesprächen mit Eltern, Geschwistern und Betroffenen ging Michael Aue der Frage nach, was es bedeutet, mit Down-Syndrom zu leben: Zwischen Verzweiflung, Hoffnung und Glück.




Das Baby mit schrägen Augen
Von Julia Kospach in Die Presse

Der Befund, den Johanna am dritten Lebenstag ihrer Tochter Steffi erhält, ist eindeutig: Trisomie 21. „Starr vor Schreck“ ist da Johanna, die erfolgreiche 34-jährige Architektin – und das Kind, „mit dem sie sich eben noch so verbunden gefühlt hat, liegt ihr plötzlich ganz fern, ist mit einem Mal zu einem geheimnisvollen, misstrauisch beäugten Objekt vom anderen Stern geworden, das sich, ohne zu fragen, bei ihr eingenistet hat.“ In Johanna wüten Überforderung, Angst und Hader, ihr Lebensgefährte ist keine große Hilfe: Mario weigert sich vorerst, der Diagnose zu glauben. Das Baby mit den schräg liegenden Augen wünscht Johanna sich weg. Es dauert seine Zeit, bis das „Einleben“ mit ihrem „Nichtstandardkind“, wie Johanna es bald vorzieht zu sagen, beginnt.

„Einleben“ ist auch der Titel des neuen Buchs von Ludwig Laher, in dem der oberösterreichische Schriftsteller die Geschichte von Johanna und Steffi erzählt – eine fiktive Geschichte nach dem Vorbild recherchierter Informationen über Kinder mit Downsyndrom und ihre Eltern: Es ist ein weiterer von Lahers feinen, akribisch recherchierten Dokumentarromanen über ein moralisch hoch aufgeladenes Thema, ein Terrain voller Fangschlingen, in dem jeder Satz eines Autors Gefahr läuft, in die Geiselhaft von politischer Überzeugungsarbeit, von Gutmenschentum oder Ideologie zu geraten – oder so gelesen zu werden. Unter solchen Vorzeichen im Literarischen zu bleiben, sein Sujet mit dem Tonrepertoire des Erzählers durchzukomponieren, das ist Lahers große Begabung. Darin gleicht er Erich Hackl, dem er zu Unrecht in Bekanntheit nachsteht.

2007 schrieb Laher in „Und nehmen, was kommt“ über das Leben und den schwierigen Ausstieg einer missbrauchten jungen slowakischen Romni aus der erzwungenen Prostitution und ihr Zusammenleben mit einem ehemaligen österreichischen Freier. So wie dieses Buch keine Pretty-Woman-Schnulze war, sondern ein Bericht über die Verwertung von Menschen im neuen Mitteleuropa, so ist „Einleben“ kein Buch über eine Schmerzensmutter mit behindertem Kind, sondern die Chronik eines tastenden Einlassens auf ein großes Wagnis, die Annahme eines „ungewünschten Geschenks“. Lahers Johanna ist eine selbstbewusste Frau, eine bürgerliche Intellektuelle, die alle Nuancen des öffentlichen Diskurses über Downsyndromkinder verfolgt und analysiert, sich selbst ebenso genau beobachtet wie ihre Tochter und mit ihrem Lebensgefährten hadert, der ihr in dem Maß Gluckentum vorwirft, in dem er ihr ansonsten die Pflichten des Alltags mit Steffi weitgehend überlässt. Die Beziehung scheitert – und das liegt nicht in erster Linie an den besonderen Herausforderungen, die das Leben mit Steffi für ihre Eltern mit sich bringt.

Zwischen „Staunen und Schrecken, Urteilsunmöglichkeit und Positionierungstasten“ lässt Johanna sich auf ihr Kind ein, registriert dabei auch die Kränkungen, die ihr von außen zustoßen – vom Jugendspracheschimpfwort „Mongo“ bis zu den als Anteilnahme getarnten grausamen Bemerkungen anderer Mütter im Kinderarztwartezimmer („Hat man da denn nicht rechtzeitig etwas machen können?“). In ihrem Tagebuch dokumentiert Johanna, wie sehr gerade auch „Nichtstandardmenschen“ nach den „Kriterien standardisierter Nützlichkeit“ beurteilt werden, und bemüht sich genau deswegen, von ihrer Tochter auch bei aller Förderung nicht zu viel zu verlangen. „Enttäuscht sein ist Anmaßung“ schreibt sich Johanna als Motto auf die Fahnen.

„Einleben“ ist eine Geschichte über einen vollkommenen Perspektivenwechsel, ein Buch, das einen Blick wirft in die Welt eines Kindes, in dem sich Entwicklungen langsamer und mit weniger Worten, aber darum nicht weniger einprägsam vollziehen. Ludwig Lahers Erzählstimme macht daraus Literatur.




Diskriminierendes Spielzeug
Von Andreas Zitzmann in der Frankfurter Rundschau

Die Puppe im Rollstuhl? Das Puppenkind, dessen Gesichtszüge deutlich vom Down Syndrom geprägt sind? Fehlanzeige im Kinderzimmer. Dort ist die kleine Welt von traditionellen Werten geprägt: Am Puppenherd steht die Frau, vor dem Puppenfernseher sitzt der Mann.

Die einzige dunkelhäutige Barbiepuppe trägt afrikanische Kleidung - nicht etwa das schicke Kostüm der erfolgreichen Managerin. Das bleibt den Weißen vorbehalten.

Das Hessische Puppenmuseum in Wilhelmsbad zeigt ab Februar eine Sonderausstellung, in der es um "Integration und Vielfalt" geht. Maren Raetzer, die Leiterin des Museums, will damit auch "gesellschaftlich Position beziehen". Die reale Lebenswelt entsteht auch im Kinderzimmer, dort wird auch gelernt. Und dort ist eben ein Puppenkind, dass zwei Väter als Eltern hat, bislang nicht zu finden.


Die neue Ausstellung

Sonderausstellung "Gemeinsam", vom 7. Februar bis 18. April. Weitere Informationen unter: www. hessisches-puppenmuseum.de.

Die Ausstellung gehört zu einem Veranstaltungsreigen, mit dem das Museum verstärkt auch Erwachsene ansprechen will. Es gilt einiges aufzuholen: Nachdem fast drei Jahre nur ein winzig kleines Renovierungs-Provisorium zur Verfügung stand, konnte das Haus im April vergangenen Jahres wiedereröffnet werden.

Seitdem wurden bereits 20.000 Besucher gezählt, berichtete Leiterin Raetzer am Freitag in einer Pressekonferenz. Im vergangenen Jahr konzentrierten sich die Sonderaktionen eher auf das junge Publikum, dass man so zurückgewinnen wollte. Jetzt sind "die Großen" an der Reihe.

Für sie gibt es nun auch abendliche Angebote, etwa für Schokoladen- oder Weinliebhaber. Auch will man immer wieder mal über die Puppenstube hinaus schauen und anderes Spielzeug zeigen, etwa aus Holz. Die Puppe soll allerdings ihre Vorrangstellung auf den rund 800 Quadratmeter Ausstellungsfläche behalten.

Neu ist auch, dass seit November das Museum samstags und sonntags durchgehend geöffnet ist. Und etwa ab dem Sommer sollen auch die Bauarbeiten auf dem Vorplatz ihren Abschluss finden. Besonders Busgruppen müssen derzeit längere Fußwege in Kauf nehmen. Raetzer hofft auch, dass mit der Sanierung der Säle, die ebenfalls in diesem Jahr beendet werden soll, die Attraktivität des ehemaligen Kurhauses Wilhelmsbad weiter wächst.

Hessisches Puppenmuseum, Parkpromenade 4, Hanau-Wilhelmsbad, Tel. 06181-86212. Geöffnet ist das Museum dienstags bis freitags von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr.

Herrlich Getue und Summen der Nachtigall

Dienstag, 12. Januar 2010

gefunden bei Kraskas Staunmeldungen
Zitate aus: Ohrenkuss

Wieder mal beziehe ich tiefere Einsichten aus meiner Lieblingszeitschrift „Ohrenkuss“. Ich habe über diese wunderbare Blatt schon 2008 auf Qype berichtet; getextet wird es von jungen Menschen mit Down-Syndrom. Angeblich sind Menschen mit dieser genetischen Besonderheit kognitiv zurückgeblieben und im sprachlichen Ausdruck behindert. Wenn man den „Ohrenkuss“ liest, zweifelt man manchmal, ob das in allen Belangen so zutrifft. Ich erliege dem poetischen Charme der Beiträge immer wieder. In der neuesten Ausgabe, die das Thema „Paradies“ behandelt, schaffen es zwei Autoren mit Trisomie 21, geschätzte 25.000 Qype-Beiträge in zehn Zeilen zusammenfassen. Glaubt Ihr nicht? Wetten das? Hier, bitte:

Nr. 1 (Text: Stefan Zajak)

„… weil ich gerne wandern gehe und da treffe ich bei der Hütte Oben alte Bekannte und dann mache ich einen schönen Radeltour. Dann fahre ich mit dem Schiffsfähre aufs Land hinaus. Und in den Hütten da habe ich ein Mittagessen verdient, dann bin ich mit der Schiffsfähre wieder zurück gefahren. 
Im Urlaub da lese ich am Strand liegend und ich geniesse das Meer das die Wellen schlägt. Und den abend den Sonnen Untergang wenn ich ein Glas Rotwein Trinke da bin ich wie im Paradies! 
Und DANN Wenn ich im Hotelzimmer schlafe da Summt die Nachtigall.“

Nr. 2 (Text: Lars Breidenbach)

„Sonnenuntergang im Meer, schöne Vogelgefischert. Geräusch von Meer, auch Muschel Geräusch, Wasser, labala-Tanzen, (Leute) auch mit bunte Feder, Feder in Haare stecken oder mit Hawaikranz. Herrlich Getue, gibt auch Hotel, Paradieshotel. Gute Essen und Trinken, schöne Ort, nette Leute romantisch, auch sexy, auch Freundschaft. Freundschaft ist gut, ist wichtig Punkt.“


Ja, Punkt. Was auch sonst noch? Gute Essen und Trinken, schöne Ort; wenn’s richtig hoch kommt, noch ein Hotel mit Nachtigall-Gesumme und ein wenig herrliches Getue mit Hawaikranz. – Die Texte antworten übrigens darauf, wie das persönliche Paradies aussieht.

Und wo bleibt die Einsicht? Nun, ich stelle gerade fest, falls Archäologen des 10. Jahrtausends n. Chr. von unserer Kultur kein anderes Zeugnis hätten als Qype-Beiträge, müßten sie da nicht denken, sie blickten in ein verlorenes Paradies? Dessen wohlhabende, anspruchsvolle, gebildete und weitgereiste Bewohner schienen keine anderen Sorgen zu haben als höchstens mal pampigen Service, zu fettes Essen oder eine Erbse unter der Matratze. Ansonsten kultiviert man den kritischen Genießer und Shopper, trifft nette Leute beim labala-Tanzen, trinkt – romantisch, aber auch sexy – Rotwein bei Sonnenuntergang und lauscht dem Summen der Nachtigall. Herrlich, dieses Getue! Da, denkt der Zukunftsarchäologe, würde ich gern leben – auf den paradiesischen Qype Islands, im immerwährenden Paradies der wohl verdienten Mittagessen!

Diese Einsicht ist keine Kritik. Natürlich ist Qype kein Verbraucherportal für Landminen-Krüppel, AIDS-Patienten, Bürgerkriegsopfer und Hungernde, denen vermutlich selbst ein mit nur einem Stern bewertetes Essen noch schmecken würde. Paradies-Vorstellungen sind eben halt auch sehr relativ. Ich empfehle „Ohrenkuss“ Nr. 23/2009, „Paradies“.

Die liebenswürdigste, philosophischste, an Blaise Pascal und Lao-tse gemahnende Paradiesvorstellung formuliert für mich dies:

Nr. 3 (Text Mandy Kammeier):

„Ich lege mich auf den Sofa und schliesse mir die Augen zu singen. Singen ist Mein Paradis. Wenn ich mir die Augen öffnne lache ich über mich selbst weil mir das spas macht. In meinem Zimmer finde ich immer mein Pradedise.“

Auf dem Sofa die Augen schließen, singen, über sich selbst lachen, weil einem das Spaß macht: Wem dies das Paradies bedeutet, der gehört wahrlich schon zu den Erleuchteten…

Frühförderung, Leistungsdenken, Dankeschön, Kinderbuch & Scheuklappen

Dienstag, 15. Dezember 2009


Frühförderung hilft Kindern wie Seraphina beim Spielen und Spüren
Copyright © OÖNachrichten

Seraphina sitzt auf einer großen Schlitztrommel, die bei jedem Schlag vibriert. Das fördert ihre Wahrnehmung. Seraphina leidet am Down-Syndrom und lebt in einer jener 1000 Familien, die von der mobilen Frühförderung der Spattstraße seit 20 Jahren betreut werden.
Die Schlitztrommel, oder auch „Big Bum“ genannt, ist ein Leihstück des Zentrums Spattstraße und steht derzeit mitten im Wohnzimmer der Familie Erenyi in Baumgarten im Mühlviertel. Einmal pro Woche kommt Elisabeth Trybek vorbei und trainiert mit der kleinen Seraphina. „Bei Kindern mit Beeinträchtigung ist es wichtig, dass sie spüren, was alles zu ihrem Körper gehört“, sagt die Frühförderin. Deshalb die große vibrierende Trommel, auf der Seraphina trommeln, aber auch sitzen oder liegen kann. Und sie genießt es sichtlich.

Zwölf Stunden nach der Geburt habe man Seraphina auf die Kinderstation gebracht, erzählt Kathrin Erenyi, die Mutter des 16 Monate alten Mädchens. Seraphina hatte einen Herzfehler, der mittlerweile operiert ist, und es bestand der Verdacht auf Trisomie 21. „Die folgende Woche war eine der schlimmsten meines Lebens“, sagt Erenyi. Dann bekamen sie und ihr Mann Oliver die Diagnose serviert: Down-Syndrom.....
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Wenn's Baby nicht brabbelt
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Bei Auffälligkeiten in der frühkindlichen Entwicklung sind Familie, Freunde und der Kinderarzt in der Regel die ersten Ansprechpartner. Spezifischen Rat bietet die Frühförderung der Lebenshilfe Kreis Mettmann.

Frühförderung der Lebenshilfe, Bregenzer Straße 12, Monheim, Tel. 64778.
Frühförderung bei Kleinkindern heißt, Auffälligkeiten oder Beeinträchtigungen rechtzeitig zu erkennen. RP-Redakteurin Petra Czyperek sprach mit Birgit Cordes-Lacerenza (41), Leiterin der pädagogischen Frühförderung der Lebenshilfe im Kreis Mettmann, über individuelle Ansätze.

Leistungsdenken beginnt oft schon in der Krabbelgruppe: Eltern vergleichen dort bereits die Entwicklung ihres Kindes mit den Kenntnissen und Fähigkeiten der Spielgefährten. Dennoch sind viele Eltern unsicher wie sie ihre Kinder fördern können.

Cordes-Lacerenza Wir betreuen die ganz kleinen Kinder bis drei Jahren. Da spielt das Konkurrenzdenken noch nicht so eine große Rolle. In den Krabbelgruppen fangen die Vergleiche natürlich an. Eltern sehen vielleicht, dass ihr Kind noch nicht so fit ist wie andere. Viele Eltern wissen in dieser Situation aber nicht genau, was sie tun müssen. Weil es die typische Großfamilie in der Regel nicht mehr gibt, sind sie unsicher, an wen sie sich wenden können. Es fehlen Vorbilder und Ansprechpartner....
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Dankeschön für die Diakonie
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Franziska kann sich ein Leben ohne die Diakonie nicht vorstellen. "Es macht einfach Spaß", sagt die 22-Jährige ganz selbstverständlich. Franziska hat das Down-Syndrom und jeden Dienstag und Mittwoch besucht sie die Betreuungsangebote der Diakonie Ostthüringen. Kochen, Backen, Hauswirtschaft gefallen Franziska ganz besonders. Doch sie hat noch viel mehr Talente, etwa sich in einem Saal mit 200 Besuchern auf eine Bühne zu stellen.
Zur Weihnachtsfeier der Diakonie spielte Franziska mit anderen aus ihrer Betreuungsgruppe Märchen. Franziska mimte das Dornröschen, ihr Kumpel Ronny den Froschkönig. Den Applaus haben sie alle genossen. "Es ist das erste Mal, das wir so eine große Weihnachtsfeier auf die Beine stellen", erzählt Doris Staps, Fachbereichsleiterin für ambulante Behindertenarbeit der Diakonie Ostthüringen. Alle waren sie dabei: die Wohngruppe wie diejenigen, die die Betreuungsangebote nutzen, Angehörige der behinderten Menschen ebenso wie alleinlebende Behinderte. Die Feier sei auch eine gute Gelegenheit, um zu sehen, was nach der Wende in der Ostthüringer Diakonie gewachsen sei, erinnerte Frau Staps. Begonnen habe man mit acht Behinderten in der Betreuung. "Heute kümmern wir uns um etwa 150 Familien in Gera und Weida", sagte sie....
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Langweiliges Lappland - oder etwa nicht?
Copyright © 2009 Frankfurter Rundschau

Wer will denn schon im Winter nach Lappland reisen, Schwedens hohem Norden? Dort ist es um diese Jahreszeit knackig kalt, und die Sonne geht schon gleich nach Mittag wieder unter. Robin und Mike, Zwillingsbrüder aus Berlin, fahren ziemlich lustlos dorthin, zusammen mit ihrem kleinen Bruder Luke und der Mutter, die in Schweden einen Liebsten hat....
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Ohne Scheuklappen
© SÜDKURIER GmbH 2009 / Cornelia Giebler

Heute öffnet Thomas Klötzer die Türe im SUEDKURIER – Adventskalender. Er wohnt mit seiner Familie im Seebacherweg 15. Das gemütliche Esszimmer ist adventlich geschmückt. Eine ganze Reihe von Porträts und Gruppenbildern hängt an der Wand – man spürt den Familiensinn der Bewohner und spürt familiäre Wärme.

Thomas Klötzer hat vor zwei Jahren mit anderen und mit Unterstützung der Seelsorgeeinheit Stockach die Gruppe „Unbehindert miteinander leben“ gegründet. „Dies ist geschehen aus eigener Betroffenheit, unser Benjamin hat das Down-Syndrom“, gibt er zu verstehen. Der Ansatz für die Initiative, die auch in Pfarrer Lienhard einen großen Unterstützer fand, lautete: miteinander Freizeit gestalten. Und so fand im September 2007 der erste Begegnungsnachmittag im Pallottiheim statt – zum Kennenlernen und mit kleinem Rahmenprogramm....
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Buchtipp: "Einleben" von Ludwig Laher

Samstag, 12. Dezember 2009

Buchtipp: Einleben von Ludwig Laher, Behinderung Handicap, Buch Literatur, deutsch, Deutschland, Down Syndrom, Down-Syndrome, Extrachromosom, Kind, Trisomie 21, Österreich

Credit: Das Wortreich

Ginge es nach der Statistik, dann dürfte die kleine Steffi eigentlich gar nicht existieren: Dann hätte ein Arzt im Rahmen des Schwangerenuntersuchungsprogramms die Diagnose Down-Syndrom gestellt und ihrer Mutter Johanna eine Abtreibung nahegelegt. Doch Steffi, so scheint es, hat diese Logik erfolgreich hintertrieben und ist da, samt ihrem atypischen Chromosom. Das Einleben beider, des etwas anderen Kindes in diese Welt und seiner Mutter in den Alltag mit Steffi samt allen Konsequenzen, die sich daran knüpfen, formt Ludwig Laher zu einem vielschichtigen Roman, einem Geflecht aus eindringlichen Momentaufnahmen, tastenden Reflexionen, unerwarteten Bezügen und überraschenden Wendungen. Ohne moralische Besserwisserei und sentimentale Ungenauigkeiten lädt Laher die Leserschaft ein, ihn auf seiner abenteuerlichen Gratwanderung zu allerlei Wägbarkeiten zu begleiten. Mit der ihm eigenen mitreißenden Diskretion – so ein Kritiker über Ludwig Lahers letzten Roman Und nehmen was kommt – nähert sich der Autor so einer der großen Herausforderungen, mit denen uns die modernen Wissenschaften konfrontieren.

Autor/in/Hrsg: Ludwig Laher
Titel: Einleben
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Preis: 17,90 Euro
Erschienen: 09.2009
Erstausgabe: 09.2009
Ausgabe: Gebunden
Seitenanzahl: 168
Verlag: Haymon
Land: Österreich
Kategorie: Belletristik
ISBN 10: 385218603X
ISBN 13: 9783852186030
Versanddauer: 2 bis 4 Tage
Im Shop seit: 12.10.2009

Christkindlmarkt und Siebzigtausend unentbehrliche Lückenbüßer

Dienstag, 8. Dezember 2009

Christkindlmarkt

von Jutta Treiber

Wie jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit besuchten wir den Christkindlmarkt auf dem Hauptplatz. Dieses Jahr war er sehr schön gestaltet. Das behaupteten zumindest mein Vater und meine Mutter. Es gab einen großen Christbaum, es gab eine Krippe mit lebensgroßen Figuren und in dem Stall liefen echte Schafe und Ziegen hemm. Meine Mutter war davon hellauf begeistert. Mein Vater war von den Ständen mit Punsch und Glühwein offensichtlich mehr angetan. Ich fühlte mich ein wenig fehl am Platz. Für den Krippen-Kinderkram zu groß, für Punsch und Glühwein ganz offensichtlich zu klein. Irgendwie werden zehnjährige Jungen an einem Christkindlmarkt nicht sehr gut bedient.

Ich stellte mich zuerst in die Punsch- und Glühweinabteilung, aber die Männer, die dort standen, schienen schon etwas besäuselt zu sein und ihre Gespräche waren eher eine Aneinanderreihung von Urlauten als eine intelligente Unterhaltung, also wandte ich mich dann doch der Mutter-Kinderkram-Krippenabteilung zu und beobachtete die Schafe, ebenfalls Urlaute ausstießen.

Es war also eigentlich egal. Ein Christkind tänzelte herum, in silbernem Gewand, mit goldenem Haarschmuck, am anderen Ende des Platzes spielte eine Bläsergruppe und danach sang ein Chor kitschige Weihnachtslieder.

Mein Vater blieb in der Punschabteilung hängen, meine Mutter schlenderte die Stände entlang. Es war erst vier Uhr nachmittags, aber es war schon dunkel geworden. Abendstimmung....
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Siebzigtausend unentbehrliche Lückenbüßer

Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 08.12.2009

Mit der verkürzten Wehrpflicht droht dem Zivildienst ein schleichendes Ende. Was wird aus den Wohlfahrtsverbänden, wenn sie auf billige, willige Arbeitskräfte wie Fabian Merk und Ruben Frankson verzichten müssen? Eine Bestandsaufnahme.
Von Frank Buchmeier


Ein trüber Mittwochmorgen. Wie jeden Tag wird beim Wohngruppenverbund in Zuffenhausen Menschen geholfen, die kein Dach überm Kopf haben. Der Zivi Fabian Merk, 19, erscheint kurz vor neun in der Dienststelle. Sein Kollege sitzt vor einer Tasse Kaffee. Helmut Latschak ist mit 52 arbeitslos geworden. Jetzt hat er einen Ein-Euro-Job - auch eine Art Ersatzdienst. Latschak war einst pflichtgemäß bei der Bundeswehr, Grundausbildung in Stetten am kalten Markt. "Tolle Kameradschaft", schwärmt er.

Raus in den Regen. Der Dienstwagen ist ein verrosteter, verbeulter Ford. "Caritas eben", sagt Fabian Merk. Dem katholischen Wohlfahrtsverband fehlt das Geld für einen neuen Transporter. Die Fahrt endet in einer Arbeitersiedlung, über den Häusern schraubt sich die Betonrampe der Bundesstraße in die Höhe. Stuttgarter Trostlosigkeit. Latschak schließt die Wohnungstür auf. Es stinkt nach Essensresten, die in der Küche vor sich hinschimmeln. "Hier hat ein Junkie gehaust", sagt Fabian Merk. Der Zivi und sein Ein-Euro-Kollege sollen die Spuren des Elends beseitigen. Entrümpeln, putzen, tapezieren, streichen. Dann zieht der nächste Sozialfall ein.

Fabian Merk ist kein Weltverbesserer. Er trägt keine Friedenstaube am Kapuzenpulli und hat an keiner Antikriegsdemo teilgenommen. Er verweigerte den Wehrdienst, "weil meine Kumpels auch verweigert haben und ich keinen Bock hatte, die ganze Woche in einer Kaserne zu verbringen". Die offizielle Begründung, die eine andere war, hat er aus dem Internet heruntergeladen. Jetzt wohnt er gratis daheim bei Mama, Papa und Schwester in Reichenbach und bekommt monatlich 550 Euro vom Staat. Davon spart er gut die Hälfte für das Studium...
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Von Pfirsichen, Krankenschwesterexamen, Luxus & Weiten Herzen in der Steppe

Samstag, 5. Dezember 2009

Kinder reifen eben nicht wie Pfirsiche
Von Sarah Maria Berners | 04.12.2009

Warum kannst Du nicht laufen? Warum sprichst Du nicht? Das sind Fragen, die Kinder ganz selbstverständlich und unvoreingenommen stellen. «Mit drei Jahren haben Kinder noch keine Vorbehalte gegenüber behinderten Menschen», weiß Margot Fietzek, Leiterin der integrativen Kindertagesstätte Sonnenblume.
«Die Kinder lernen hier, dass jeder Mensch anders ist, und dass jeder Mensch Stärken und Schwächen hat. Ich hoffe, dass sich das in ihrem Leben fortsetzt.»


Viele Vorbehalte

Nicht ganz so vorbehaltlos stehen Erwachsene Menschen mit Behinderung gegenüber, und deswegen gibt es immer wieder auch Vorbehalte gegenüber integrativen Kindertagesstätten, in denen die sogenannten Regelkinder ihren Tag gemeinsam mit Kindern, die einen erhöhten Förderungsbedarf haben, verbringen.

«Manche Eltern haben beispielsweise Sorge, dass eine integrative Kindertagesstätte geringere intellektuelle Ansprüche stellt. Andere glauben gar, dass hier nur schwer erziehbare Kinder hingehen», berichtet Fietzek.

«Wir haben im Grundsatz das gleiche Programm wie andere Einrichtungen und auch vom intellektuellen Anspruch stehen wir auf einer Ebene», betont die Kita-Leiterin. «Schließlich dürfen wir die Kinder weder über-, noch unterfordern.» Wo es nötig und sinnvoll ist, wird in homogenen Gruppen gelernt. Nicht Gleichmacherei, sondern Integration ist das Ziel.

Autistische Kinder, Kinder mit Down-Syndrom oder aber auch mehrfach Schwerstbehinderte Kinder können in einer integrativen Kita aufgenommen werden. Viele der geförderten Kinder sind jedoch - wie es im Amtsdeutsch heißt - von Behinderung bedroht. Das heißt, dass sie Entwicklungsrückstände im Vergleich zur Norm aufweisen. Würden keine Therapien erfolgen, könnte sich daraus eine Behinderung entwickeln. «Je früher man mit einer Therapie beginnt, desto besser können wir die Gesamtentwicklung des Kindes beeinflussen», erklärt Fietzek (siehe Box).

Fragen wie «Kann sie immer noch nicht laufen?» oder «Spricht er noch nicht?», setzen Eltern häufig unter Druck. Ob tatsächlich ein erhöhter Förderungsbedarf besteht, können Ärzte und Therapeuten herausfinden. «Kinder reifen eben nicht wie Pfirsiche», betont die Kita-Leiterin....
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Krankenschwesterexamen: Frage zu einer Aufgabe zum Down-Syndrom

Hallo zusammen

Ich bräuchte mal euren Rat bei einer Aufgabe.
Diese Aufgabe ist eine orginal Examensfrage^^

Kurze Erklärung zu mir und meiner vielleicht fehlenden Weitsicht: ich bin erst seit einem halben Jahr in der Ausbildung...

Zusammenfassung des Beispiels:
- türkische Patientin, 23 Jahre alt, mit Down-Syndrom
- eine Epilepsie-"Art" bekannt, zur Diagnose einer zweiten "Art" und
Einstellung auf die Medikamente dafür auf Station
- Eltern versorgen Patientin zuhause (kein Kontakt von den Eltern zu
Fremden erwünscht)
- Mutter kann wegen einem hochfieberhaften Infekt nicht mehr auf Station
kommen und sich um die Tochter kümmern
- Patientin reagiert mit Schreien und Unruhe

Nun soll ich vier Pflegemaßnahmen planen und hier hänge ich geistig. Der Rest der Aufgabe klappt wunderbar...
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Ohrenkuss Heft #18

Theorie:


Was ist Luxus?




Noch einmal zum Buch «Alice im Mongolenland» von Ulrike Kuckero:

Weite Herzen in weiter Steppe

Eine abfällig dahingeworfene Bemerkung kann ungeahnte Folgen haben. Diese Erfahrung machen die Zwillingsschwestern Alice und Zoe im Jugendbuch «Alice im Mongolenland» von Ulrike Kuckero. Mit ihren sensiblen Einblicken in die Welt eines kleinen Mädchens mit Down-Syndrom ist diese neue Geschichte der Bremer Kinder- und Jugendbuchautorin für alle Altersgruppen ab etwa zehn Jahren ein Gewinn.

«Wo wohnen denn die Mongolen?» Das war die Bemerkung auf dem Spielplatz, die eine Kettenreaktion von Ereignissen auslöst. Mag die Bezeichnung «mongoloid» für die abweichende Chromosomen-Struktur auch noch so überholt sein - Alice hat sich nun in den Kopf gesucht, in die Mongolei zu fahren. Und wenn das einmal so ist, prallen alle Argumente an ihr ab - «Ende der Durchsage».

Der erste Teil der Geschichte wird von Zoe erzählt. Ihre Eindrücke vom Leben mit Alice können sicherlich viele Geschwister in einer ähnlichen Familiensituation nachvollziehen. Alice ist die Prinzessin, und Zoe soll die Zofe sein. Aber Zoe hat ein fast so weites Herz wie Alice, so dass die beiden immer wieder zusammenfinden.

Alice ist halt ein besonderes Kind, da wirkt die Geschichte vom Hauptgewinn einer Flugreise schon fast glaubhaft. Klar, dass es nun für die Zwillingsmädchen und ihre Eltern in die Mongolei geht ...
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AT&S, Elise, IQUA-Net, Ohrenkuss, Tannöd, Wonderland und eine Erklärung zum Welttag der Menschen mit Behinderungen

Freitag, 4. Dezember 2009

AT&S unterstützt Down-Syndrom Kompetenzzentrum in Leoben-Hinterberg

Für AT&S, einem der leistungsstärksten Leiterplattenhersteller weltweit, ist es von wesentlicher Bedeutung, als Corporate Citizen einen Beitrag zu leisten und im Umfeld der Standorte engagierte Projekte zu fördern. Mit der Finanzierung eines Multimedia-Raumes unterstützte AT&S zuletzt das in Europa einzigartige Down-Syndrom Kompetenzzentrum in Leoben-Hinterberg.

Nach dem Motto „Leben, Lachen und Lernen“ betreibt der Verein „Hand in Hand“ in Leoben-Hinterberg, Österreich, ein europaweit einzigartiges Kompetenzzentrum für Menschen mit Down-Syndrom. Das Institut hat sich insbesondere auf die individuelle Diagnose und Förderung von Menschen mit dieser Chromosomenbesonderheit spezialisiert. Um die Fördermöglichkeiten und Erkenntnisse der modernen Hirnforschung den Eltern der betroffenen Kinder und Jugendlichen als deren primäre Bezugspersonen bestmöglich weitergeben zu können, entstand die Notwendigkeit eines Multimedia-Raumes, den AT&S mit ihrer Spende ermöglichte.....
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Elise will arbeiten
Elise Groß feiert einen ganz besonderen Tag - ihr letzter Schultag ist für sie der Aufbruch ins Berufsleben. Und dafür hat sich die 18-Jährige mit Down Syndrom eine Menge vorgenommen. Nach einem Praktikum im Euvea Hotel in Neuerburg will sie dort eine Ausbildung in Angriff nehmen. Nicht alle Schüler der Förderschule haben die Voraussetzungen dafür. Ein Ausbildungsplatz in der freien Marktwirtschaft ist trotz Behindertenquote nicht leicht zu finden. Das Freizeit- und Tagungshotel in Neuerburg funktioniert wie ein normaler Hotelbetrieb - nur das eben 20 Mitarbeiter geistig oder psychisch behindert sind. Gesellschafter sind zehn Behindertenorganisationen aus der Eifel. Belgien, Frankreich und Luxemburg....
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IQUA-Net: Die nächste Stufe wird gezündet
Inklusion heißt das Zauberwort, das dafür sorgen soll, dass künftig in allen Kindertageseinrichtungen alle Kinder willkommen sind. An zwei ausgewählten Standorten wird das Projekt vorangetrieben.

Heiner Kondschak singt ein Lied. "Es fängt gleich an", sagt er, kurz darauf singt er und spielt dazu Gitarre. Die Kinder wippen vergnügt mit den kleinen Beinchen, mit lachenden Gesichtern schauen sie auf den großen Schlacks mit den langen Haaren und dem Schnauzer vor dem Mund, aus dem so komische Sachen heraus kommen. Doch dann wirds ernst: Viele Erwachsene wollen nun was sagen und damit verkünden, dass auch sie sogleich was anfangen lassen wollen....
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Paradiesische Lesung der "Ohrenkuss"-Redaktion
Am Dienstag lesen Autorinnen und Autoren der Redaktion Ohrenkuss in der Lobby des Neubaus im Arp Museum aus eigenen Texten zu paradiesischen Themen. "Ohrenkuss ... da rein, da raus" ist ein vielfach prämiertes Lifestyle-Magazin mit Sitz in Bonn, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom....
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Volles Haus für "Tannöd" bei der Eifel-Premiere



Können wir heiraten?
Wie viele andere Paare mit Ende 20, denken auch Emma Bishop und Ben Marshall nach sechsjähriger Beziehung über eine Heirat nach. Allerdings ist das für die beiden nicht ganz einfach. Emma und Ben haben beide Trisomie 21. (auch Down Syndrom genannt) .....
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Erklärung zum Welttag der Menschen mit Behinderungen
Es ist schade, dass wir nur an einem Tag des Jahres innehalten und über die Menschen mit Behinderung und ihre Situation in Österreich nachdenken! Als Bischof, der sich den Lebensschutz auf die Fahne geschrieben hat, ist mir der 3. Dezember ein willkommener Anlass, um über verschiedene Entwicklungen nachzudenken, die in den letzten 30 bis 40 Jahren rund um behinderte Menschen in ganz Österreich geschehen sind.

In allen Bundesländern ist eine Vielfalt von beachtlichen Einrichtungen und Initiativen entstanden: Ausbildungsstätten, Wohngemeinschaften, Geschützte Werkstätten wurden in großer Zahl und Qualität errichtet. Vereinigungen wuchsen aus dem Boden, welche sich um Integration von Menschen mit Behinderungen bemühen - in der Schule, in den Arbeitsstätten, im gesamten öffentlichen Leben; die auch für die angemessene finanzielle Absicherung behinderter Menschen eintreten und wertvolle Möglichkeiten zur Erholung und Sport entfalten....
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TV-Tipps, Elterngruppe, Helden des Alltags, Best Buddies, Literaturpreis und noch einmal Seelenvögel

Mittwoch, 2. Dezember 2009

NDR 3. Dezember 18:15 Uhr

Reportage: Hamburger mit Down-Syndrom

Nicki Gerlach ist 22 Jahre alt und spielt Theater, Hockey, Klavier. Doch er ist anders als andere Erwachsene: Er hat das Down-Syndrom. Für den jungen Mann ist das kein Grund, auf etwas zu verzichten. In der Nordreportage „Nicki erobert das Leben“ gibt Gesa Berg einen Einblick in seinen Alltag in Hamburg: Wie lebt er? Wo arbeitet er? Was denkt er und wie fühlt es sich an, anders zu sein? .....



SWR 4. Dezember 18:15 Uhr

Ein behindertes Mädchen sucht seinen Weg




Vöcklabruck: Mütter gründen Down-Syndrom-Eltern-Gruppe

„46+1" nennt sich die Eltern-Kind Gruppe, die von den Müttern Ursula Fehringer aus Attnang-Puchheim und Birgit Brunsteiner aus Vöcklabruck ins Leben gerufen wurde. „46+1" ist eine Anspielung auf die 47 Chromosomen, die Menschen mit Down-Snydrom in ihren Körperzellen tragen - im Vergleich zu den 46 der anderen. Bei den gemeinsamen Treffen geht es in erster Linie um einen Austausch zwischen den Eltern und das gemeinsame Spiel der Kinder in angenehmer Atmosphäre.......




Preis für "Helden des Alltags"

... Eine von ihnen ist Angelika Schloeßer. Die 55-Jährige unterrichtet an der Georgschule, einer Hauptschule im nordrheinwestfälischen Euskirchen Deutsch, Erdkunde und katholische Religion. In der Abschlussklasse, von der sie via Online-Netzwerk vorgeschlagen wurde, gab es zwei an Trisomie 21 (Down-Syndrom) erkrankte Schüler. "Sie haben uns mit Geduld und Ausdauer klargemacht, dass so etwas jedem und jederzeit passieren kann, und wir ganz normal mit ihnen umzugehen haben", schreibt die Klasse in einem Dankesbrief an die Lehrerin. Die gelungene Integration der behinderten Mitschüler sieht auch Schloeßer als Hauptgrund für die Nominierung ...




„Best Buddies“ - Freundschaft als Lebenshilfe

Der Verein „Best Buddies“ vermittelt Freundschaften zwischen Menschen mit und ohne geistige Behinderung. Zum heutigen internationalen Tag der Behinderten hat die PNP ein Treffen unter Buddies (Freunden) in Passau begleitet....




Literaturpreis: Schreiben mit Downsyndrom

Das Vorurteil, dass Menschen mit Downsyndrom nicht lesen und schreiben können, ist weit verbreitet. Der Literaturpreis Ohrenschmaus beweist das Gegenteil: Seit drei Jahren reichen stets über hundert lernbehinderte Menschen ihre selbst geschriebenen Geschichten, Gedichte oder Lebensberichte ein. „Nicht Mitleidsbonus. Einfach Literatur“, sagte Felix Mitterer, der den Ehrenschutz über hat....



Ein kluger Film über das Leben

Es ist die schlimmste Angst aller Eltern: Was wird, wenn das eigene Kind krank wird und früh stirbt ? Da wird am Wesentlichen gerührt und all jene, die heil davongekommen sind, wollen es vielleicht gar nicht so genau wissen. Thomas Riedelsheimer muss gewusst haben, dass er keinen Publikumsrenner dreht, als er fast drei Jahre lang mit der Kamera drei Familien begleitete, in denen ein Kind an Leukämie erkrankt war....

Buch "Behinderung: Wer behindert wen?" von Michail Krausnick im Horlemann Verlag erschienen

Dienstag, 1. Dezember 2009

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München (ots) - Rechtzeitig zum UN-Tag der Menschen mit
Behinderung am 3. Dezember stellen Handicap International und der
Verlag Horlemann ein neues Buch des Autors Michail Krausnick vor:
"Behinderung: Wer behindert wen?" vereint anschauliche, persönliche
Erzählungen aus Brasilien und Deutschland mit ausführlichen
Informationen über das Leben, die Probleme und die Erfolge von
Menschen mit Behinderungen an sehr verschiedenen Orten der Welt.

Romeo, ein Jugendlicher aus einer brasilianischen Favela, muss
nach der Amputation seines Unterschenkels seinen großen Traum
begraben, ein Fußballstar zu werden. Einfühlsam erzählt Michail
Krausnick die Geschichte des Jungen, seiner enttäuschten Träume und
neuen Hoffnungen. "Manchmal saß Romeo auf der Mauer an der
Strandpromenade und schaute den Schönen nach. Hin und wieder erntete
er einen lockenden Blick. Doch er wusste, dass sich das Lächeln
sofort in Mitleid verwandeln würde, sobald er aufstünde und das
Mädchen ihn humpeln sähe..." Durch die Begegnung von Romeo mit der
ebenfalls schwer verletzten Cilia, die aus einer wohlhabenden Familie
stammt, erfahren die Leserinnen und Leser auch davon, wie sehr ein
Schicksal wie das des jungen Mannes durch die Armut verschärft wird.

In der zweiten Erzählung geht es um eine Familie in Deutschland,
die ein Kind mit Down-Syndrom aufnimmt und sich fortan mit
Vorurteilen von Verwandten und Nachbarn und mit Anfeindungen von
Rechtsextremisten auseinandersetzen muss.

Buch Behinderung: Wer behindert wen? von Michail Krausnick im Horlemann Verlag erschienen, Buch Literatur, Behinderung Handicap, deutsch, Deutschland, Down Syndrom, Down-Syndrome, Extrachromosom, Trisomie 21,

Der ausführliche Sachteil des Buchs informiert über Ursachen und
Formen von Behinderungen in Deutschland und in Entwicklungsländern,
das Vernichtungsprogramm der Nationalsozialisten und die Geschichte
der Behindertenbewegung. Darüber hinaus wird die neue Konvention der
Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen
vorgestellt. Es wird deutlich, wie man sich selbst für diese Rechte
einsetzen und Veränderungen herbeiführen kann.

Das Buch "Behinderung: Wer behindert wen?" ist besonders für junge
Menschen gedacht, spricht aber auch erwachsene Leserinnen und Leser
an. Besonders eignet es sich für die Lektüre im Schulunterricht. Der
Autor Michail Krausnick wurde unter anderem mit dem Deutschen
Jugendliteraturpreis und dem CIVIS-Fernsehpreis der ARD
ausgezeichnet.

Bibliogr. Daten: Michail Krausnick, Behinderung: Wer behindert wen?,
edition menschenrechte, 144 Seiten, Broschur, EUR 12, 90,
ISBN 978-3-89502-288-3

Rezensionsexemplare (bitte unbedingt Medium/ Ressort angeben) bei
Horlemann Verlag, Telefax 0 22 24 / 54 29 oder per
E-Mail: info@horlemann-verlag.de

Originaltext: Handicap International
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Pressekontakt:
Presseinformationen: Dr. Eva Maria Fischer, Handicap International,
0175-54 29 899
Infos zu Lesungen und Schulen: Marina Beck, Handicap International,
089-54 76 06-29