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OLE (Wielebinski) olé!

Donnerstag, 30. Januar 2014

Trisomie 21, Kunst Fotografie, Krankheit Gesundheit Medizin, Geschichten Stories, Fotos, Extrachromosom, Down-Syndrome, Down Syndrom, Down-Syndrom Blogs, deutsch, Deutschland, Behinderung Handicap,
Credit: http://www.ole-wielebinski.de
Wissen Sie, wie man Fehler findet?
Ja, genau. Indem man sie sucht.

So könnte man, wenn man auf Oles Website auf den Reiter Wer ist Ole? klickt, auf den den Gedanken kommen, Ole sei 4 Jahre alt. Ist er natürlich nicht mehr. Aber wen es wirklich interessiert, der (gibt vielleicht einmal kurz und freundlich den Hinweis weiter, wenn es ihm denn auf Exaktheit in dieser Hinsicht ankommt, aber ...) beachtet eine solche Kleinigkeit überhaupt nicht und stürzt sich besser auf den Inhalt der Website.

Und die ist toll!

Abgesehen von Text und Fotos - und beachten Sie bitte, dass das ganze Unternehmen im www-Umzug begriffen ist - sind uns zwei Dinge noch als extra-positiv aufgefallen. Zum einen wird da das Wort "Mutti" benutzt. Da Ihr Autor hier seit langer Zeit im weit entfernten und fremdsprachigen Ausland lebt, bekommt er bestimmte Entwicklungen in seiner Muttersprache nur auf Umwegen mit. Ihm ist aber (vor allem anhand diverser Mediatheken) aufgefallen, dass das Wort "Mutti" scheinbar nicht mehr allzu angesagt ist. Das alternativ verwendete "Mama" allerdings kam ihm seit langem irgendwie verkrampft vor. Ergo: Toll, dass (noch) jemand einfach so "Mutti" sagt.

Die Rede war von ZWEI Extradingen. Und bei Nummer 2 geht es einfach darum, wie jeder einzelne Blogbeitrag endet. Nämlich in einem Zitat. Jeweils von einer mehr oder weniger berühmten Persönlichkeit der mittel- oder langfristigen Vergangenheit unserer aktuellen Zivilisation. Aber auf den Bekanntheitsgrad kommt es gar nicht an. Der Inhalt dieser Zitate ist es, der sogar den "Abspann" jedes einzelnen Posts spannend macht.

Wir wünschen ihnen viel Vergnügen: DER OLE-BLOG  

Conny Wenk: Der "A little extra"-Wandkalender 2012 ist da

Donnerstag, 8. Dezember 2011




Credit: Conny Wenk

Trotz steigender Bedeutung elektronischer Hilfsmittel, die man immer zur Hand hat, ist es überall auf der Welt noch immer sehr beliebt, sich einen aktuellen Kalender an die Wand zu hängen. Solange der Standard-Wandkalender nicht elektronisch wird (so etwas existiert schon), wird dies auch so bleiben. Denn man muss keine Knöpfe drücken und ist nicht vom Ladezustand eines Akkus abhängig. Ein gedruckter Wandkalender bietet den Vorteil, dass man selbst im schlimmsten Morgenmuffel-Zustand während des Weges zur Kaffeemaschine auf einen Blick zumindest erkennt, welches Datum gerade vorliegt und welcher Wochentag damit verbunden ist. Oder andersherum.

Ein Wandkalender kann aber viel mehr sein als eine pure Informationsquelle. Manchmal wird die Information sogar zur Nebensache. Das passiert zum Beispiel dann, wenn der Kalender mit Motiven - in den meisten Fällen fotografischen - versehen ist, unter/über/neben denen sich der eigentliche kalendarische Teil des Gesamtwerkes befindet. In diesem Moment wird der Kalender zu einer optischen Bereicherung Ihres Wohnumfeldes.

Motivthemen für Fotokalender gibt es wahrscheinlich unbegrenzt. Schlagen Sie einmal ein Wörterbuch an einer x-beliebigen Stelle auf und suchen Sie ein Substantiv oder Adjektiv, mit dem Sie keinen existenten Kalender assoziieren können. Produkte, Landschaften, Orte, Umwelt, Eigenschaften, Leute, Wissenschaft, Tiere ... und, und und. Zu so ziemlich allem werden Sie irgendwo den passenden Kalender finden.

(Subjektiv) richtig gut und wertvoll wird so ein Kalender, wenn Sie nach Ablauf des Jahres, den der Kalender informativ abdeckt, ein Problem bekommen. Dann nämlich, wenn der Kalender durch den neuen, für das kommende Jahr gültigen ersetzt werden muss und die Frage auftaucht, was man mit dem abgelaufenen Kalender tun soll. Wenn man aus irgendeinem Grund eng mit den Fotomotiven verbunden ist (ein gutes persönliches Beispiel ist ein Kalender mit dem jeweiligen Monat und der Jahreszeit entsprechenden Fotos meiner "alten" kleinen Heimatstadt), dann kann diese Situation richtig weh tun. Süßer Schmerz.

Wetter ist Wetter. Egal, ob es gerade regnet, schneit oder die Sonne scheint.
Ich kann aber Fotomotive zusammenstellen, bei denen es entweder um Schnee oder um Regen oder um Sonnenschein geht.
Ein Berg ist ein Berg. Egal, ob er baumbewachsen oder kahl wie mein Hinterkopf ist.
Ich kann aber Fotomotive zusammenstellen, bei denen es entweder um grüne oder um graue oder um braune oder um weiße Berge geht.
Menschen sind Menschen. Egal, ob sie klein oder braun, einarmig oder zweibeinig, sprechend oder taub, katholisch oder TV-süchtig ... sind.
Ich kann aber Fotomotive zusammenstellen, bei denen es entweder um kleine oder um braune oder um sprachlose .... Menschen geht. 

Die fantastische Fotografin Conny Wenk nimmt den Themenbereich, auf den sie sich bei einem Großteil ihrer Arbeit konzentriert, alles andere als auf "die leichte Schulter". Und doch kommen ihre Fotos mit einer Leichtigkeit daher, die mich oft verblüfft. Als einer der Co-Autoren des Buchs Außergewöhnlich: Väterglück  und im Zusammenhang mit dessen Veröffentlichung hatte ich die Ehre, Conny selbst, ihr Werk, ihren Ansporn und ihre Arbeitsweise etwas besser kennen- und schätzenzulernen.

Und ich würde gern - bevor ich den Link zu Connys neuem Kalender, der zu jener Gruppe von Kalendern gehört, die man nach Ablauf des Jahres nicht einfach so wegwerfen kann, erstelle - eine Ergänzung hinsichtlich der vermeintlichen Zielgruppe abgeben:
Neben "Eltern-Kind-Gruppen, Selbsthilfegruppen, Kliniken, Arztpraxen, Logopäden, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Initiativen von Lebensschützern, Kirchen, diakonischen und karitativen Einrichtungen und, und" gehört dieser Kalender meines Erachtens vor allem in die Küche von generell werdenden Eltern, Schwangerschaft planenden Vielleicht-Eltern und (ver-)zweifelnden Entscheiden-Müssen-Eltern.

 

Blog: Calista, Thalia und Cosima - Fairy Bread

Freitag, 2. Dezember 2011

Blog: Calista, Thalia und Cosima - Fairy Bread, deutsch, Deutschland, Down Syndrom, Down-Syndrom Blogs, Down-Syndrome, englisch, Extrachromosom, Fotos, Geschichten Stories, Kind, Krankheit Gesundheit Medizin, Kunst Fotografie, Trisomie 21, Video,
Calista im November 2011
Credit: fairybread.blogspot
"Fairy Bread" ist einer der vielen Blogs, die man eigentlich nicht wirklich als "Down-Syndrom-Blog" kategorisieren sollte, den ähnlich wie bei der wahrscheinlich ewig währenden Diskussion um die zu interpretierende Bedeutung des Buchstaben "s" bei der englischen Bezeichnung Down's Syndrome handelt es sich nicht um einen Blog, der durch das Extrachromosom charakterisiert und definiert wird, sondern die Trisomie 21 ist eine bereichernde Facette des Ganzen - nicht mehr, nicht weniger.

Wenn Mami Iren von den Erlebnissen mit ihren drei Mädels Calista, Thalia und Cosima (die Reihenfolge ist von "ganz jung" nach "jung" gewählt) berichtet, dann geht es oft geradezu poetisch und manchmal auch richtig philosophisch zu. Begleitet werden Irens Erzählungen zudem von Fotos einer Qualität, dass man in einigen Fällen glauben könnte, Conny (Wenk) habe ihre (Knipser-) Finger im Spiel.

Müsste ich den Blog (der bald ein Jahr alt wird) als Ganzes betrachtet einem Musikstil zuordnen, fiele mir als erstes "Chill Out" ein - sollte dies ein per Definition zulässiger und existierender Musikstil sein.

Bevor ich nun aber den Eindruck vermittle, "Fairy Bread" sei irgend so ein "überkandideltes Machwerk", lassen Sie sich sagen, dass dies überhaupt nicht der Fall ist. Iren befasst sich auch mit so hausbackenen Dingen wie Rezepten (wir überlassen es Ihnen als Hausaufgabe herauszufinden, warum der Blogname so und nicht anders gewählt wurde), der Schönheit der Natur und und und ....

Auch ich habe ein Rezept für Sie, nämlich das
Rezept zum Einstieg in Irens Blog

Zutaten:
Sie brauchen:
  • 100% sich selbst
  • einen ruhigen Moment, bevorzugt abends
  • 300 g gute Laune
  • zwei Würfel Entspanntsein
  • 250 ml Melancholie
  • zur Verfeinerung des Geschmacks - wenn Sie mögen - eine feine Pulle Rotwein (aber nicht zu viel, damit die tollen Fotos scharf bleiben)
Zubereitung:

Mischen Sie alle Zutaten ganz vorsichtig. Nicht mit dem Presslufthammer, sondern mit einem Wattestäbchen. Keine der einzelnen Komponenten sollte verloren gehen, genausowenig wie eine einzelne ein Übergewicht gewinnen sollte. Und dann beginnen Sie am besten dort, wo man beginnen sollte: Mayas Prophezeiung.

Von dort aus folgen Sie einfach der gewöhnlichen Routine und klicken ganz unten "Neuerer Post", sobald Sie bereit dazu sind.

Ausgewogen zwischen fettreich und kalorienarm und kalorienreich und fettarm, werden Sie keine Probleme mit der Verdauung haben.

Und sollte jemand bevorzugen, mit dem Nachtisch anstatt der Vorspeise zu beginnen, dann kann er dies auch ganz einfach tun:

Blog: Lydia und das Leben

Donnerstag, 24. November 2011

Lydia August 2011
Credit: einbesondereskind.blogspot
Am 6. Juli 2009 wurde Lydia geboren. Ein ganz normales kleines Mädchen, das schon einen ordentlichen Weg in seiner Entwicklung gegangen ist. Vom Kopf heben über Krabbeln, erste gesprochene Worte - in ihrer eigenen Sprache, versteht sich - und Greifen und Lachen und Sitzen und Reiten und "Übersetzen" und und und .... bis hin zum unlängst begonnenen motorischen Reagieren auf Wörter, die sie hört. Toll!

Nun könnte bald der nächste große Schritt anstehen. Und zwar der erste Schritt. Und selbst wenn dieser noch ein oder zwei Jahre auf sich warten lässt, wäre diese Phase doch ein guter Moment, um einzusteigen in:

Film: Little Baby Jesus of Flandr (mit Trailer Video)

Mittwoch, 30. Juni 2010

Film: Little Baby Jesus of Flandr (mit Trailer Video), Down-Syndrome, Extrachromosom, Behinderung Handicap, Down Syndrom, Trisomie 21, Film Fernsehen TV Kino, Kunst Fotografie,

Originaltitel: En Waar De Sterne Bleef Stille Staan
Genre: Drama, Literaturverfilmung
Produktionsland: Belgien
Produktionsjahr: 2010
Länge: 74 (Min.)
Regie: Gust Van Den Berghe
Drehbuch: Gust Van den Berghe
Kamera: Hans Bruch Jr.
Schnitt: David Verdurme
Musik: Va Fan Fare
Hauptdarsteller: Jelle Palmaerts, Peter Janssens, Paul Mertens

Auszug aus Es war einmal im kalten Flandern... (Filmkritik bei kino-zeit.de):

"Beinahe alle Rollen in Gust Van Den Berghes Film werden von Menschen mit Down-Syndrom gespielt. Die Wirkung dieses inszenatorischen Kniffes ist verblüffend: Die spröde, manchmal beinahe naiv wirkende Schönheit des Ausgangstextes und der beinahe kindliche Glaube, der sich in ihm widerspiegelt, wird in dem nur 74 Minuten langen Film in einer Weise greifbar, die wohl kaum anders herzustellen gewesen wäre. Gut möglich, dass manche Zuschauer dies als geschmacklos empfinden und mit der spröden Inszenierungsweise van den Berghes nichts anfangen können, die im heutigen Kino in ihrer Zeitlosigkeit nahezu einzigartig sein dürfte und die an große Filmkünstler wie Pier Paolo Pasolini oder Einzelgänger wie Belà Tarr erinnert und immer wieder auf Gestaltungselemente des Theaters verweist. ..."

Down-Syndrom und Kunst: Laura Brückmann (Fotos & Video)

Dienstag, 8. Juni 2010

Down-Syndrom und Kunst: Laura Brückmann (Fotos & Video), Arbeit Beruf Schule Ausbildung, Behinderung Handicap, Deutschland, Down Syndrom, Extrachromosom, Trisomie 21, Kunst Fotografie, Fotos, Video,


>>> Fotos und Information von Conny Wenk

>>> Lauras Biographie beim Inclusion Life Art Network


Dass das Vorhandensein eines Extrachromosoms nicht immer einen Hinderungsgrund darstellt, um dieses oder jenes zu lernen oder zu erreichen, zeigt uns Laura in eindrucksvoller Weise. Wenn das Schicksal sie dann auch noch mit Conny zusammenführt, kommt sozusagen als i-Tüpfelchen fotografischer Hochgenuss hinzu.
Und mit Dank an den hinweisgebenden Dr. Christian M. Kemper durften wir feststellen, dass Lauras Performance auch in bewegten Bildern vorliegt:

Blog: Made by Imme

Freitag, 21. Mai 2010

Blog: Made by Imme, Behinderung Handicap, deutsch, Deutschland, Down Syndrom, Down-Syndrom Blogs, Down-Syndrome, Extrachromosom, Kind, Kunst Fotografie, Trisomie 21,

Hallo und willkommen, schön dass Du vorbei schaust. Ich bin 39 Jahre alt und Mutter einer zauberhaften sechsjährigen Tochter mit Down Syndrom. Zudem begleiten mich zwei Cairn Terrier im Alltag ("oh, wer kläfft denn da schon wieder?"). Seit über 10 Jahren habe ich ein kleines Geschäft in der Nähe von Springe / Region Hannover. Neben Schreib- und Spielwaren wächst der Kreativbereich stätig. Mein Augenmerkt liegt dabei hauptsächlich auf Kartengestaltung (Einladung / Danke / Sonstige) und natürlich Scrapbooking. Immer im Frühjahr und im Herbst gebe ich dazu Kurse. Ab und zu gibt es diese Workshops auch mit Anleitung für Zuhause zu erwerben. Wenn Du darüber informiert werden möchtest, mail mir einfach (imme/ät/hansemann.de). Ich liebe meinen Job, dort kann ich all das Gelernte ( Designerin / Kauffrau / Schneiderin) ausleben. Wenn Du magst, schau gerne wieder vorbei... ich werde immer wieder meine Werke und anderes zeigen.

>>> ZUM BLOG

Video: Lisa (2 Jahre, Down-Syndrom) am Klavier

Mittwoch, 19. Mai 2010

Leider können wir keine weiter gehenden Informationen bezüglich Lisas oder ihrer Familie finden, aber ist folgendes Video nicht toll und motivierend?!:

ICH HABE EIN GESICHT - Fotografin Iris Steinmann stellt aus (Premiere: 2.Juli 2010 in Meerbusch Büderich)

Dienstag, 18. Mai 2010

„Kunst trifft Schönheit“ – ein Event zugunsten der Aktion „Ich habe ein Gesicht“

Der Verein „Ich habe ein Gesicht“ e.V. fördert Kinder mit dem Down-Syndrom und entstand in enger Zusammenarbeit mit der Initiative Down-Syndrom.
Iris Steinmann setzt sich als Fotografin seit mehr als zwei Jahren für Down-Kinder und Jugendliche ein. Durch ihre Art des Fotografierens zeigt sie die Kinder in einem völlig neuen Licht.

Iris Steinmann möchte zeigen – Down-Kinder haben nicht nur Gesichter – sie sind etwas ganz Besonderes. So entstand eine begeisternde Fotoausstellung zu diesem sensiblen Thema, die nun deutschlandweit und ab Juni auch in Düsseldorf zu sehen sein wird.

ICH HABE EIN GESICHT - Fotografin Iris Steinmann stellt aus, Baby, Behinderung Handicap, Deutschland, deutsch, Down Syndrom, Down-Syndrome, Extrachromosom, Fotos, Kind, Kunst Fotografie, Trisomie 21, 2 Juli 2010 in Meerbusch Büderich

Kinder mit Down-Syndrom brauchen mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung. Sie verfügen oftmals über eine ganz besondere Intelligenz, die es gilt zu fördern und zu fordern. Hier fehlen wie so oft die nötigen Mittel, die man den Kindern aber auch den Eltern zur Verfügung stellen kann.
Genau hier setzt die Arbeit des Vereins „Ich habe ein Gesicht“ e.V. an.
Durch die Erlöse der Fotoausstellung werden Fördermöglichkeiten geschaffen, um Kinder und Jugendliche mit dem Down-Syndrom besser in unsere Gesellschaft zu integrieren.

Die Ausstellung soll aufwecken und die Menschen sensibilisieren. Denn diese Kinder leben mit uns, sie leben bei uns und vor allem haben sie ein Recht auf Integration.

So entstand in Zusammenarbeit verschiedener Unternehmen aus Meerbusch und Umgebung – fünf an der Zahl – eine Idee für eine Veranstaltung zugunsten der Aktion „Ich habe ein Gesicht“ – so entstand „Kunst trifft Schönheit“. Die Veranstaltung wird erstmalig am 2.Juli 2010 in Meerbusch Büderich in besonderer Location stattfinden und spricht eine Zielgruppe an, die sich einmal über Dienstleistungen in ihrer Nähe informieren möchte, offen für das Thema Down-Syndrom ist und bereit ist, die Betroffenen zu unterstützen und gleichzeitig einen netten Tag und Abend mit sympathischen Menschen genießen möchte. Denn all das wird am 2. Juli in Meerbusch möglich sein. Auf dem Event-Programm stehen viele Besonderheiten wie u.a. Live-Foto-Shootings mit Vorher-Nachher-Effekt, Beauty-Live-Acts, ein Mode-Defilee mit extravaganten, aber tragbaren Outfits einer bekannten Mode-Designerin, Schmuck der besonderen Art, Fotokunst eines international bekannten Fotokünstlers und Werbefotografen und last but not least Oliver Obermöller live in concert – Kunst für die Ohren. Es soll ein Tag der Begegnung, der Kommunikation und der Unterhaltung werden – aber ganz wichtig – es wird auch ein Tag der Aufklärung zum Thema Down-Kinder und Iris Steinmann wird vor Ort gerne über ihre aktuellen Projekte zu diesem Thema berichten.

Um dem Verein eine „ordentliche“ Spende mit auf den kommenden Weg geben zu können, haben sich die Veranstalter dazu entschlossen, eine Eintrittsgebühr i.H.v. 99,00 € zu erheben.
Der Erlös aus diesen Einnahmen wird dem Verein zugute kommen. In dem Eintrittspreis sind alle Themen des Tages, Getränke und leckere Köstlichkeiten des Restaurants Haus Meer enthalten. Also ein echtes „All-Inclusive-Paket“.

Zusätzlich wird es zugunsten der Aktion eine Tombola mit attraktiven Preisen geben, an der jeder Interessierte gerne teilnehmen kann.

Wir sind auf Ihre Mithilfe angewiesen!
Denn eine Veranstaltung zum ersten Mal durchzuführen bedarf einer Bekanntmachung auch durch die Medien, um den nötigen Erfolg zu bekommen – um die Aktion „Ich habe ein Gesicht“ öffentlicher zu machen!
Es soll die erste einer ganzen Veranstaltungsreihe werden – die immer wieder eines zur Aufgabe haben wird – Kindern und Jugendlichen aus unserer nächsten Umgebung zu helfen und sie zu unterstützen – genauer hinzuschauen.

Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme und möchten Sie noch einmal an unser Pressegespräch am 7. Juni um 11.00 h auf dem Kastanienweg 14 in Meerbusch Büderich erinnern. Bitte teilen Sie uns mit, wer aus Ihrer Redaktion daran teilnehmen wird.

Weitere Informationen zu dem Event und zu den Akteuren finden Sie unter
www.kunst-trifft-schoenheit.de

Beste Grüße

Ihr KtS-Team

Helmut Müller erzählt Legenden vom Ich

Freitag, 26. Februar 2010


Von Cosima Lutz 26. Februar 2010 in der Welt

Helmut Müller ist Schauspieler. Und er hat das Down-Syndrom. Begegnung mit einem Charismatiker

Helmut Müller tritt aus dem Dunkel der Bühne nach vorne. Weit holt er mit der Rechten aus, unerwartet sachte führt er die Hand an seinen Mund. In aller Ruhe schminkt er sich die Lippen rot, einmal, zweimal akkurat im Kreis herum, dann ausufernd bis an die Wangen, unter die Nase, ans Kinn. Einzelne Lacher im Publikum. Er reagiert elegant, sagt: "Gut, nicht?" Jetzt lachen alle. In seiner schwarzen Henkerskluft, mit seinem hellen Philosophengesicht und dem knallroten Mund sieht er aus wie ein düsterer Clown, und er hat seine Zuschauer fest im Griff.

Dieser Mann hat Charisma, keine Frage. Andere Schauspieler würden ihn vielleicht eine Rampensau nennen. Andere Schauspieler gingen ja auch irgendwann zum Theater, Müller aber nahm es einfach in Beschlag. Das war vor zehn Jahren, als er als Zuschauer eine Aufführung im Berliner Ramba-Zamba-Theater stürmte.

Die Regisseurin jenes Abends und Mitbegründerin des Theaters, Gisela Höhne, erinnert sich noch gut: "Wir improvisierten eine Szene, in der eine Figur die anderen um sich herum komplett nicht wahrnimmt. Da ging Helmut einfach auf die Bühne und sagte: ,Aber - da sind die doch alle!'" Helmut Müllers Begabung fiel ihr sofort auf, kurz darauf war er engagiert. Seitdem ist er von dieser integrativen Bühne, an der Behinderte professionell Theater spielen, nicht mehr wegzudenken.

Müller ist 69, Schauspieler und hat das Down-Syndrom. Ein Ausnahmemensch, in jeder Hinsicht. Nur jeder Zehnte mit Trisomie 21, wie die Genom-Mutation auch genannt wird, die meist mit einer geistigen Behinderung einhergeht, erreicht heute überhaupt das 70. Lebensjahr. Glückliche Umstände retteten Helmut Müller vor dem Euthanasieprogramm der Nazis. 100 000 Behinderte und Psychiatriepatienten wurden damals ermordet.

Helmut Müller ist nicht einfach nur Vertreter einer Opfergruppe. Er weiß genau, dass sich auch Legenden um ihn ranken - schließlich spielt er ja mit ihnen. Eine Legende geht so: Krankenschwestern hätten im Berliner Paul-Gerhard-Stift, wo Müller 1941 geboren wurde, das Schild mit der Aufschrift "Mongoloid" von seinem Bettchen entfernt. So stand es mal in einem Artikel einer Boulevardzeitung. "Ob das so war, weiß man nicht", sagt aber Helmut Müllers älterer Bruder Olaf, sein gesetzlicher Betreuer. Noch eine Legende: Seine Mutter habe ihn versteckt. "Bewusst versteckt wurde er nicht", widerspricht Olaf. "Unsere Eltern haben versucht, ein möglichst normales Leben zu führen. Aber präsentiert haben sie ihn natürlich auch nicht." Man habe nach der Evakuierung aus Berlin, auf Stationen in Ostpreußen und im Sudetenland und auf dem beschwerlichen Fußmarsch zurück nach Berlin, schlicht "andere Gedanken" gehabt: Wo bekomme ich Heizmaterial für den Winter her, wo etwas zu essen?

Wir haben zwar einen Termin vereinbart, platzen aber trotzdem mitten hinein in die Probe auf der Bühne in der "Kulturbrauerei" in Berlin-Prenzlauer Berg. Ramba-Zamba-Stücke sind nämlich nie fertig, auch nach der Premiere geht die Arbeit weiter. Sie lebt von dem, was die Spieler an Impulsen einbringen. Auch für unser Foto weiß sich Müller zur Freude des Fotografen souverän in Szene zu setzen. Die anderen Ensemblemitglieder schauen konzentriert zu, als sei es Teil des Stücks.

Helmut habe definitiv "den Schalk im Nacken", sagt Klaus Erforth, der 1991 zusammen mit Gisela Höhne, seiner damaligen Frau, das Theater gründete und im Moment das Stück "Müller und Müller - Legenden vom Ich" probt. Müller sei ein "spontaner Komödiant", findet auch Gisela Höhne, er "sucht und berührt immer die Grenze zum Komischen", was seinen Stil so "flirrend" mache. Ja, er "wechselt die Realitäten". Erforth und Höhne bekamen 1976 selbst einen behinderten Sohn: Moritz. Der wurde zu einem der bekanntesten Ensemblemitglieder ihrer Bühne, neben Nele Winkler, der Tochter der Schauspielerin Angela Winkler, und Juliana Götze, die auch schon in Fernsehrollen brillierte.

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Das Bild, das vor allem Bruder Olaf von Helmut Müller zeichnet, passt so gar nicht ins Klischee des ausgegrenzten, bemitleideten Behinderten. "Er ist kein Einzelkämpfer, und Klaus Erforth ist auch nicht sein Ziehvater", grollt Olaf ein wenig über entsprechende Medienberichte. Von allen Seiten bekomme sein Bruder Unterstützung, er sei beliebt, und auch die Berliner Einrichtung, in der Helmut seit 1997 wohne, sei ein Glücksfall. "Wir können froh sein, dass in Deutschland die Behinderten eine so gute Lobby haben", sagt Olafs Frau.

Auf der Bühne erzählt Müller trotzdem seine eigene, eben seine Bühnen-Geschichte. Als "Kommissar H.M." macht er sich auf die Suche nach seinem "unausgelöschten Leben", steht im Programmheft. Wir sehen ihn im Kinderwagen, die Bühnen-Mutter versteckt ihn, gibt ihm die Brust. "Ich bringe dich jetzt durch", wiederholt sie ihr Mantra, eine kleine, tapfere Mutter Courage. Ein bisschen dramatische Zuspitzung darf schon sein. Die Idee zu dem Stück stammt von Helmut Müller selbst, erzählt Winfried Band, Psychologe und Müllers Betreuer im Malteserhof Reinickendorf. Erforth montierte dann Texte des großen Dichters Heiner Müller zu einer assoziativen Collage.

Heiner Müller lernte übrigens wenige Jahre vor seinem Tod 1995 das Theater Ramba Zamba noch selbst kennen. "In einer Welt, in der die alltägliche Geschwindigkeit bestimmt wird durch Computer, Wahrnehmung sich vor allem über elektronische Medien realisiert", so schwärmte damals der Dichter, setze die Arbeit von Höhne und Erforth "auf archaische Äußerungen von Individuen. Dass sie anders sind, ist ihre Qualität im Zeitalter der Nivellierungen."

Zeit, "Ich" zu sagen. Jenseits der Bühne, in der Probenpause beim Interview. Hier wirkt Helmut Müller, der Komödiant, auf einmal viel kleiner. Alles Verschmitzte ist aus seinem Gesicht gewichen, ein Melancholiker sitzt da plötzlich vor uns, und er spricht undeutlicher als auf der Bühne, schwierig fürs ungeübte Ohr. Vielleicht ist er müde von der langen Probe, er arbeitet hier fast täglich vier Stunden, und das mit 69, wer schafft das schon, selbst ohne Down-Syndrom. Wie er denn wohne, fragen wir, allein oder mit anderen? Helmut Müllers Antwort klingt wie: "Man ist immer allein." Wir wiederholen den Satz, fragen ihn, ob wir ihn richtig verstanden haben. Da nickt er und sagt "ja".

Nächste Vorstellung von "Müller und Müller - Legenden vom Ich": Heute und morgen, 19 Uhr, Theater Ramba Zamba, Tel. 030/ 437 35 744

"Ich bin richtige Künstlerin" (Heike Sattler) - wenn behinderte Menschen Preise gewinnen

Dienstag, 16. Februar 2010

gefunden in der Wormser Zeitung


"Ich bin jetzt eine richtige Künstlerin, denn ich habe einen Preis gewonnen." Heike Satter, eine der beiden Preisträger des "atelierblau" der Lebenshilfe, ist sichtlich stolz. Zu Recht, denn sie ist neben ihrem Kollegen Dietmar Grafe Gewinnerin des 1. Design-Wettbewerbs von Eucrea e.V. Deutschland. Man spürt die Freude über den Erfolg dieser liebenswerten jungen Frau, die mit einem Down-Syndrom zur Welt kam. Wer hätte in früheren Jahren gedacht, dass ein Mensch mit Behinderung auf solch einem Gebiet Anerkennung erfahren könnte?

Besondere Talente bei Menschen mit Behinderung zu entdecken und zu fördern, darum bemüht sich seit einigen Jahren das Netzwerk Eucrea Deutschland e.V. aus Hamburg. Künstler mit Behinderung aus den Bereichen der bildenden oder darstellenden Kunst bekommen so die Möglichkeit, ihre Arbeiten einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Letztes Jahr hat sich dieser Verband vermehrt mit dem Bereich Design
beschäftigt. Mit dem Werkstatt-Staub und dem Klischee: "Behinderte stellen nur einfache Holzgegenstände nach Anleitung her" sollte gründlich aufgeräumt werden. So entschieden sich die Verantwortlichen von Eucrea einen ersten Design-Wettbewerb für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung auszurichten.

Das "atelierblau", seit Oktober letzten Jahres Teil der Lebenshilfe, ergriff neben vielen anderen Ateliers aus Deutschland die Chance für ihre Künstler, sie hat entsprechende Arbeiten ausgesucht und abgeschickt. So wurden unter mehreren hundert Einreichungen die Motive von Heike Satter "Frau König" und "Punkerengel" und das Motiv von Dietmar Grafe "Wormser Dom" ausgewählt und im Rahmen einer Ausstellung in Köln präsentiert. Weitere Ausstellungen in München und Hamburg sind geplant. Die beiden glücklichen Künstler wurden von ihren Familien Ende letzten Monats nach Köln zur Preisverleihung begleitet. Ein Ereignis, was alle Beteiligten wohl niemals vergessen werden.

Mit diesem Gewinn steigt nicht nur das Ansehen der beiden Künstler, auch innerhalb der Familien wächst der Respekt. Nicht nur den Künstlern selbst, sondern auch den Eltern tut diese Anerkennung gut, denn sie begleiten mit viel Liebe und Geduld ihr behindertes Kind durch das Leben und leisten Unglaubliches. Entsprechend stolz redet die Mutter von Dietmar Grafe. Die Mutter von Heike Satter freute sich ebenfalls: "Meine Tochter hat etwas geschafft, was ich nie erreicht habe oder erreichen werde. Ich bin sehr stolz auf sie."

In der Stille angekommen & Rhythmen lassen Behinderung vergessen

Donnerstag, 21. Januar 2010

Zuhörer vergessen alltägliche Hektik und genießen Phase der Besinnung
© schwarzwaelder-bote.de

Gechingen (sel). Einfühlsame Liedtexte, ruhige Musik und beeindruckende Fotografien von Landschaften und Menschen: Dieser Dreiklang bildete den Rahmen für ein Konzert mit dem Sänger, Liedermacher und Journalisten Christoph Zehendner, dem Pianisten, Komponisten und Musikredakteur Manfred Staiger sowie dem Fotografen Heiko Wolf, zu dem die evangelische Kirchengemeinde Gechingen unter dem Motto »In der Stille angekommen« in die Kirche eingeladen hatte.

Im abgedunkelten Raum verfolgten rund 270 Besucher das Konzert, das zum Mitsingen, Klatschen, Zuhören und Beten einlud. »Jeder kann das mitnehmen und herausziehen, was für ihn wichtig ist, was zu seiner Situation passt«, sagte Zehendner. Rasch stellte sich in Gechingen eine meditative Atmosphäre ein, hinter der alltägliche Hektik zurückblieb und innere Ruhe und Besinnlichkeit Raum griffen, in der auch Humor und befreites Lachen Platz hatten.

Dem eloquenten Moderator Zehendner gelang es schnell, einen Draht zu seinem Publikum zu finden. Zwischen Liedern, Texten und Gebeten interviewte Zehendner, der als politischer Hörfunkjournalist tätig ist, seine Partner Staiger und Wolf. Mit viel Offenheit vermittelte das Trio Überzeugungen und sprach unprätentiös von ganz persönlichen Erfahrungen mit Gott.

Tief berührt zeigte sich das Publikum von der Geschichte des Fotografen Heiko Wolf, der seit 17 Jahren mit seiner Familie in Pretoria in Südafrika lebt, wo auch viele seiner eindrucksvollen Bilder entstanden. »Südafrika ist ein Land voller Gegensätze und ich fotografiere, was ich sehe«, so Wolf. Bereits seit vielen Jahren ist Wolf in einem von Christen getragenen Baby-Therapiezentrum in Pretoria engagiert, das sich um behinderte Kinder in den ersten Lebensjahren kümmert. »Damals dachte ich nicht, dass wir selbst einmal froh über dieses Angebot sein und es in Anspruch nehmen würden«, so Wolf. Vor sieben Jahren kam sein Sohn mit Down-Syndrom auf die Welt. Eine Bilderstrecke mit sehr berührenden Fotografien seines Sohnes unterlegten Staiger und Zehendner mit dem Lied »Spender des Lebens«, das von Freude und Dankbarkeit über das Wunder des Lebens erzählte.

Visuell durch die Bilder auf Großleinwand angesprochen, wurden die ausgelösten Emotionen von den einfühlsamen Texten und den harmonischen Klängen der Lieder aufgenommen und vertieft. Vieles stimmte nachdenklich, ließ innehalten. Die Texte benannten Themen wie Schuld und Trauer, aber auch Freude am Leben, Vertrauen und den Wunsch nach Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Bei bekannten Melodien stimmten die Besucher mit ein.





Rhythmen lassen Behinderung vergessen
MUSIKPROJEKT Schüler der BBS am Museumsdorf singen und tanzen mit behinderten Menschen

© Nordwest Zeitung

DER MUSIKWORKSHOP LIEF ÜBER DREI TAGE. ZIEL WAR ES, DIE JUNGEN ERWACHSENEN FÜR DEN UMGANG MIT BEHINDERTEN MENSCHEN ZU SENSIBILISIEREN.

CLOPPENBURG - Musik kann auch die Fesseln einer Behinderung sprengen. Diesen Eindruck hatten Schülerinnen und Schüler der BBS am Museumsdorf bei einem dreitägigen Musikworkshop mit behinderten Menschen. Sie erlebten, wie eine schwerbehinderte junge Frau sich in ihrem Rollstuhl zum Rhythmus der Musik bewegte und wie ein anderes Mädchen mit Down-Syndrom ihre Begeisterung mit einem Bauchtanz ausdrückte.

Die Vorgeschichte dieses ungewöhnlichen Workshops begann mit einer Unterrichtsstunde zum Thema „Musik mit Behinderten“ in einer Klasse der Fachschule Sozialpädagogik. Die mangelnde Erfahrung im Umgang mit behinderten Menschen führte dabei zu vielen Fragen. So kam der Fachlehrerin Marita Eckelmann die Idee zu diesem Musikworkshop. Zur Realisierung des Vorhabens stellte sie zunächst den Kontakt zur Justus-von-Liebig-Schule in Vechta her. An dieser berufsbildenden Schule, so wusste Eckelmann, war ein solcher Workshop bereits erfolgreich gelaufen.

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Fotos: BBS

Für die Leitung des Workshops konnte Eckelmann dann die Musikerin Bea Nyga aus Köln verpflichten. Deren gefühlvolle und sichere Art im Umgang mit behinderten Menschen machte die drei Tage rund um die Musik an der BBS am Museumsdorf zu einem vollen Erfolg. 22 behinderte Menschen kamen gemeinsam mit ihren Betreuern aus dem St. Vincenzhaus und der Caritas Werkstatt in die Schule. Gemeinsam mit den Schülern aus der Berufsfachschule Sozialassistenz, Schwerpunkt Sozialpädagogik, sowie der Fachschule Sozialpädagogik wurde gesungen, getanzt und geklatscht. Dabei spürten alle, wie das gemeinsame Singen verbindet, fröhlich macht und nicht nur Herz und Seele bewegt.

Mit Nyga am Klavier sangen die Gäste im Laufe des Vormittags bis zu zehn Lieder. Erste zögerliche Versuche mit der Musik entwickelten sich in den drei Tagen zum begeisterten Gesang.

Der Workshop habe die Berufsvorbereitung der Schülerinnen und Schüler aus dem Fachbereich Sozialpädagogik „auf herausragende Art und Weise unterstützt“, freute sich Eckelmann über das erfolgreiche Projekt. So sei bei vielen ein deutlicher Sinneswandel im Umgang mit behinderten Menschen zu spüren gewesen. Zudem seien Hemmschwellen abgebaut worden. Eine berufliche Zukunft in der Betreuung behinderter Menschen könne nun besser eingeschätzt werden.

Ohne die Hilfe von Sponsoren wäre die Veranstaltung nicht möglich gewesen, so Eckelmann. Sie dankte deshalb dem Rotary Club Cloppenburg-Quakenbrück, dem Rotary Club Friesoythe-Artland-Cloppenburg, der Caritas Werkstatt Cloppenburg, dem St. Vincenzhaus Cloppenburg und dem Förderverein der BBS am Museumsdorf.

Quasimodo Geniti by HORA

Freitag, 8. Januar 2010

«Normale» dürfen nur zuschauen
von Kathrin Morf im Zürcher Unterländer

Anmutig tanzt Lorraine Meier durch den Saal, lauscht den Anweisungen ihrer Regisseurin, lacht glücklich über das Lob ihrer Kollegen.

Die fröhliche Frau ist Künstlerin aus Leidenschaft und will auch als solche verstanden werden, was indes nicht immer einfach ist: Meier ist geistig behindert – genauso wie all ihre Schauspielkollegen vom Theater Hora.
Seit einem Jahr proben die Hora-Mitglieder das Stück «Quasimodo Geniti», das sie auch in Eglisau und Opfikon aufführen werden (siehe Kasten). Während einer der letzten Proben vor dem Ernstfall am Sonntag beobachtet die Eglisauer Regisseurin Jacqueline Moro kritisch, wie sich ihre Schauspielerinnen und Schauspieler dem Improvisationstanz widmen. Meier lauscht stirnrunzelnd dem französischen Gesang, der aus den Lautsprechern dröhnt. Sie müsse warten, bis die Musik in ihrem Kopf widerhallt, erklärt sie später. «Dann tanzt es sich wie von allein.»

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Meier spielt die personifizierte Eifersucht, die sich nach ausserehelichen Liebschaften wieder ihrem Mann zuwendet. Tanzend umgarnt sie diesen, leicht streicht ihre Hand über sein Gesicht und entzieht sich ihm wieder. Zuneigung drücken die Darsteller weniger mit Worten als vielmehr mit Bewegungen aus. Die Anziehungskraft zwischen geistig Behinderten, eines der letzten Tabuthemen der Gesellschaft, thematisieren sie unverhohlen. «Liebe und Sex sind die grossen Themen des Lebens, darum soll man sie auch auf die Bühne bringen», betont Moro.

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Nach dem tänzerischen Aufwärmen machen sich die Schauspieler an die Geschichte vom buckligen Quasimodo, der erst wegen seiner Hässlichkeit geächtet wird, am Ende jedoch die Herzen der Menschen erobert. Dass die Hora-Mitglieder ein Stück über Ausgrenzung aufführen, kommt nicht von ungefähr – die meisten von ihnen haben entsprechende Erfahrungen gemacht. «Fast alle Menschen lachen mich aus», erzählt zum Beispiel Meier, die am Downsyndrom leidet. In solchen Momenten ruft Moro ihren Schützlingen ins Gedächtnis, dass eine Behinderung etwas Besonderes sei. «Schliesslich dürfen die meisten Menschen, die ‹Normalen›, nicht bei uns mitmachen», gibt sie zu bedenken.

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Mit ihren Auftritten tun es die Hora-Mitglieder dem Glöckner gleich: trotz ihrer Andersartigkeit wagen sie sich in die Öffentlichkeit und zeigen, wozu sie fähig sind. «Sie sind so motiviert, authentisch, lustig», schwärmt Moro, seit 2007 Regisseurin der Truppe. «Ausserdem sind sie unglaublich spontan. Ich kann sagen: Im neuen Jahr wollen wir auch neue Bewegungen. Und sie setzen das sofort um.» Nie murren die Schauspieler, nie zeigen sie Starallüren, stattdessen spricht aus jedem Schritt und jedem Wort ihre Begeisterung.

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In «Quasimodo Geniti» werden Requisiten und Handlung zur Nebensache, das Hauptaugenmerk liegt auf den Geräuschen, der Musik, dem Tanz. Dabei scheuen die Darsteller auch Disharmonien nicht. Das Leben hat sie gewissermassen dazu gezwungen, aus der Reihe zu tanzen, darum wagen sie dies auch auf der Bühne. Ausserdem hinterfragen sie stetig die gesellschaftliche Definition von Schönheit. «Ich bin schön», ruft zum Beispiel Meier, die ihren Körper mag und wie sie tanzt. Manchmal geniere sie sich zwar, und vor einem Auftritt sei sie oft schrecklich nervös. «Aber wenn wir immer wieder proben, dann wird das besser», sagt sie.
Gianni Blumer hat hingegen nie Lampenfieber, wenn sein Auftritt als Clown bevorsteht. «Meine Figur ist cool und lustig. Und frech wie ich», sagt der junge Mann, der ein grosser Schauspieler werden will und seiner Behinderung mit Gelassenheit begegnet: «Gaga ist doch jeder Mensch ein bisschen», sagt er schulterzuckend und erklärt mit spitzbübischem Lachen, wieso er gerne auf der Bühne steht: «Wegen der schönen Frauen im Publikum natürlich.»

Auftritte in Kirchen
Das Theater Hora, Teil der Stiftung Züriwerk, arbeitet seit knapp 20 Jahren mit behinderten und nichtbehinderten Schauspielern und offeriert dieses Jahr erstmals drei Ausbildungsplätze für geistig behinderte Schauspiellehrlinge. «Quasimodo Geniti» wurde in Berlin und Zürich aufgeführt und gastiert nun in Schweizer Kirchen. Unter anderem in der reformierten Kirche Eglisau am Sonntag, 10. Januar, um 17 Uhr sowie am 29. Januar um 19.30 Uhr in der reformierten Kirche Opfikon. Der Eintritt ist jeweils kostenlos. Im Stück, frei interpretiert nach Victor Hugo, tritt der Zuger Chor Voicesteps gemeinsam mit 20 Hora-Mitgliedern auf.

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Montag, 14. Dezember 2009

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