Film: LIEBE UND SO SACHEN (von Pro Familia zum Thema "sexuelle Bedürfnisse behinderter Menschen")

Dienstag, 16. Februar 2010

Von Andreas Zitzmann in der Frankfurter Rundschau


Behinderte haben genauso sexuelle Bedürfnisse wie Nichtbehinderte. Aber trotz aller Aufklärung in den vergangenen Jahrzehnten ist das Thema noch immer weitgehend tabuisiert - nicht nur bei Eltern, sondern oft auch in Einrichtungen für Behinderte. Mehr als "Händchenhalten" ist dort zumeist kaum möglich.

Der Tabuisierung will nun Pro Familia entgegenwirken. Mit finanzieller Unterstützung der Aktion Mensch-Lotterie hat Pro Familia Hessen einen knapp einstündigen Film produziert, der im Dezember seine Premiere in Frankfurt hatte und nun erstmals in Hanau zu sehen sein wird.

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"Noch vor 20 Jahren", erinnert Brigitte Schlich-Heinze von Pro Familia Hanau, " war es durchaus üblich, Behinderte quasi zwangssterilisieren zu lassen." Inzwischen hat sich einiges getan, aber die junge blinde Frau mit zwei kleinen Kindern ist im Straßenbild nach wie vor auffällig.

Schlich-Heinze und die beiden Sexualpädagoginnen von Pro Familia, Andrea Pohling und Sandra Pappertrausch, versprechen sich von dem Film auch, dass eine "unsichtbare Personengruppe sichtbar" sichtbar gemacht wird. Denn in der Praxis werden besonders geistig behinderte Menschen von ihren Eltern sehr lange "geschützt". Es sind denn
häufig auch die Eltern, die zu der Erkenntnis kommen, dass ihr oft schon erwachsenes Kind sexuelle Bedürfnisse hat.

Wie tabuisiert das Thema ist, erlebte Schlich-Heinze, als Pro Familia in Schulen eine Broschüre zum Thema Behinderung und Sexualität verteilte: "Da gab es von konservativer Seite viel Gegenwind."

Initiiert wurde der Film von Regina Bätz von Pro Familia Schlüchtern. Ihr fehlte einfach Material zu dem Thema. Schlich-Heinze ist kein deutschsprachiger Film bekannt, der sich bislang mit dieser Thematik befasst hätte.

Für die Vorführung am 21. Februar hat Pro Familia bereits viele Einladungen an Betroffene und Organisationen verschickt und auch rege Rückmeldungen erhalten. "Aber natürlich kann jeder, der an dem Thema interessiert ist, die Vorführung besuchen", betont Schlich-Heinze.


Der Film

Der Film "Liebe und so Sachen ..." ist am Sonntag, 21. Februar, um 11 Uhr im Hanauer Central-Kino am Freiheitsplatz zu sehen. Der Eintritt ist frei, Pro Familia bittet aber um eine Spende.

Eintrittskarten können unter Telefon 06181 / 21854 bei Pro Familia bestellt werden.

Mehr Information zum Film bei Pro Familia Hessen!

Als DVD kostet der Film 39 Euro für Privatpersonen, für Organisationen 69 Euro inklusive der Rechte, mit ihm pädagogisch zu arbeiten. Nähere Informationen dazu unter Telefon 069 / 447061 oder www.profamilia-foerderverein-hessen.de Der Spielfilm "Liebe und so Sachen ..." soll zweierlei bieten: zum einen Unterhaltung, zum anderen Aufklärung. Die Geschichte ist einfach erzählt: Zwei junge Leute lernen sich kennen und lieben, beide leiden an dem Down-Syndrom. Gespielt wird das Paar von zwei Profi-Schauspielern, die selbst an dieser Krankheit leiden. Auf der zugehörigen DVD gibt es außerdem praktische Hinweise, beispielsweise wird erklärt, wie ein Kondom richtig benutzt wird.

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