Werden wir dann auch so, wenn wir mit ihnen spielen?

Freitag, 29. Januar 2010

Das Eis ist schnell gebrochen
27.01.2010 - GINSHEIM-GUSTAVSBURG
Rhein Main Presse


KINDERHAUS Begegnung mit geistig Behinderten / Spielnachmittage als Pilotprojekt

"Werden wir dann auch so, wenn wir mit ihnen spielen?" Unsicher schauen drei Mädchen - Stammgäste im Kinderhaus Gustavsburg - auf die Kinder, die zum ersten Mal hier spielen und toben. "Nein, die Kinder haben eine Behinderung, das ist nicht ansteckend", beruhigt Anna Kildau vom familienentlastenden Dienst "Basis Mainspitze" die Mädchen.

Um Kinder mit und ohne Behinderung zusammen zu führen, organisierten die beiden familienentlastenden Dienste des "Basis Mainspitze" (Ginsheim-Gustavsburg) und der "Lebenshilfe"-Kreisvereinigung Groß-Gerau im Januar erstmals Spielnachmittage mit der Jugendpflege Ginsheim-Gustavsburg.

"Guten Tag", begrüßt der siebenjährige Dustin aus Groß-Gerau herzlich die schüchternen Mädchen und streckt ihnen seine Hand entgegen. Dustin spricht nur wenige Worte, er hat eine genetisch bedingte geistige Entwicklungsverzögerung. Als die Mädchen anfangen unsicher zu kichern, lacht Dustin einfach mit, legt einen Arm um eines der Kinder und sagt: "Spielen! Jetzt!"

Seit zehn Jahren organisieren die beiden familienentlastenden Dienste in allen hessischen Ferien Betreuungen für Kinder und Jugendliche mit geistigen Behinderungen. Seit März 2009 gilt in Deutschland die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Sie sorgt für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen - somit auch in Kindertreffs.

Für Jugendpfleger Guido Conradi, Gustavsburg, ist dies ganz selbstverständlich. Mit Interesse beobachtet er, wie sich die Kinder einander nähern: In der Vorstellungsrunde sind die Kinder ohne Behinderung noch sehr verhalten und betrachten neugierig die Kinder mit Down Syndrom oder Autismus. Die anschließenden Bastel- und Malangebote werden mit großem Interesse wahrgenommen - auch wenn sich die Kunstwerke der Kinder deutlich voneinander unterscheiden, herrscht gegenseitige Anerkennung. Spätestens bei der Disco, die am letzten Tag der Ferien organisiert wurde, fiel jede Scheu und die Kinder tanzten gemeinsam zu den neuesten Charthits.

"In den Osterferien geht´s weiter", sagt Ginsheims Jugendpfleger Conradi und Tatiana Roeder vom Familienentlastenden Dienst der Lebenshilfe hofft, dass noch andere Jugendpflegen des Kreises Interesse für Kooperationen zeigen.

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