Wer wagt, kann verlieren - wer nicht wagt, hat schon verloren: Doku Soap mit behinderten Menschen im Schweizer Fernsehen

Dienstag, 16. März 2010

Von Fabian Zürcher bei Blick.ch

Eine siebenteilige Serie, deren Stars geistig Behinderte sind. Acht bis zehn Personen betreiben eine Badeanstalt, mit allem, was dazugehört. Sie kümmern sich um die Verpflegung der Gäste, kassieren Eintritt und organisieren das Unterhaltungsprogramm.

Die Dreharbeiten finden Anfang Sommer in einer Badi vermutlich in Schaffhausen statt. Ausgestrahlt wird die Soap ab 5. Juli jeweils am Montag um 21 Uhr. «Wir wollen zeigen, dass sich geistig behinderte Menschen in unserer Gesellschaft problemlos zurechtfinden. Sie sind Menschen wie du und ich», sagt SF-Programmentwickler Urs Fitze (43) zu BLICK.

Mit der Badi-Show begibt sich das Schweizer Fernsehen auf rutschiges Terrain: «Wir sind uns bewusst, dass es schwierig sein wird, mit Behinderten unverkrampft und gleichzeitig respektvoll umzugehen», so SF-Direktor Ueli Haldimann (56) in der «SonntagsZeitung».

Dem in der Schweiz bisher einmaligen TV-Projekt gegenüber kritisch eingestellt ist SVP-Ständerat Maximilian Reimann (67): «Es ist ethisch fragwürdig, wenn man Leute in den Mittelpunkt stellt, die in ihrer Zurechnungsfähigkeit beeinträchtigt sind.» Und: «Es gibt wohl bessere Sendegefässe, um auf die Lebensverhältnisse von Behinderten einzugehen als eine solche Badi-Soap.»

Anders denkt Barbara Camenzind (42), Sprecherin von Insieme 21 – der offiziellen Vereinigung der von Trisomie 21 Betroffenen: «Leute mit Down-Syndrom sind grossartige Unterhalter. Wichtig ist aber, dass die Teilnehmer nicht zur Belustigung der Zuschauer dienen.»

Camenzind verweist auf die US-amerikanische TV-Soap «The Specials». Das Format zeigt, wie Leute mit Down-Syndrom in einer Wohngemeinschaft leben. «Die Sendung ist total cool!»

Derselben Meinung ist offenbar auch das Schweizer Fernsehen: Ab November plant man im Rahmen von «SF bi de Lüt» am Freitagabend ein ähnliches Format auszustrahlen.

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