In der Stille angekommen & Rhythmen lassen Behinderung vergessen

Donnerstag, 21. Januar 2010

Zuhörer vergessen alltägliche Hektik und genießen Phase der Besinnung
© schwarzwaelder-bote.de

Gechingen (sel). Einfühlsame Liedtexte, ruhige Musik und beeindruckende Fotografien von Landschaften und Menschen: Dieser Dreiklang bildete den Rahmen für ein Konzert mit dem Sänger, Liedermacher und Journalisten Christoph Zehendner, dem Pianisten, Komponisten und Musikredakteur Manfred Staiger sowie dem Fotografen Heiko Wolf, zu dem die evangelische Kirchengemeinde Gechingen unter dem Motto »In der Stille angekommen« in die Kirche eingeladen hatte.

Im abgedunkelten Raum verfolgten rund 270 Besucher das Konzert, das zum Mitsingen, Klatschen, Zuhören und Beten einlud. »Jeder kann das mitnehmen und herausziehen, was für ihn wichtig ist, was zu seiner Situation passt«, sagte Zehendner. Rasch stellte sich in Gechingen eine meditative Atmosphäre ein, hinter der alltägliche Hektik zurückblieb und innere Ruhe und Besinnlichkeit Raum griffen, in der auch Humor und befreites Lachen Platz hatten.

Dem eloquenten Moderator Zehendner gelang es schnell, einen Draht zu seinem Publikum zu finden. Zwischen Liedern, Texten und Gebeten interviewte Zehendner, der als politischer Hörfunkjournalist tätig ist, seine Partner Staiger und Wolf. Mit viel Offenheit vermittelte das Trio Überzeugungen und sprach unprätentiös von ganz persönlichen Erfahrungen mit Gott.

Tief berührt zeigte sich das Publikum von der Geschichte des Fotografen Heiko Wolf, der seit 17 Jahren mit seiner Familie in Pretoria in Südafrika lebt, wo auch viele seiner eindrucksvollen Bilder entstanden. »Südafrika ist ein Land voller Gegensätze und ich fotografiere, was ich sehe«, so Wolf. Bereits seit vielen Jahren ist Wolf in einem von Christen getragenen Baby-Therapiezentrum in Pretoria engagiert, das sich um behinderte Kinder in den ersten Lebensjahren kümmert. »Damals dachte ich nicht, dass wir selbst einmal froh über dieses Angebot sein und es in Anspruch nehmen würden«, so Wolf. Vor sieben Jahren kam sein Sohn mit Down-Syndrom auf die Welt. Eine Bilderstrecke mit sehr berührenden Fotografien seines Sohnes unterlegten Staiger und Zehendner mit dem Lied »Spender des Lebens«, das von Freude und Dankbarkeit über das Wunder des Lebens erzählte.

Visuell durch die Bilder auf Großleinwand angesprochen, wurden die ausgelösten Emotionen von den einfühlsamen Texten und den harmonischen Klängen der Lieder aufgenommen und vertieft. Vieles stimmte nachdenklich, ließ innehalten. Die Texte benannten Themen wie Schuld und Trauer, aber auch Freude am Leben, Vertrauen und den Wunsch nach Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Bei bekannten Melodien stimmten die Besucher mit ein.





Rhythmen lassen Behinderung vergessen
MUSIKPROJEKT Schüler der BBS am Museumsdorf singen und tanzen mit behinderten Menschen

© Nordwest Zeitung

DER MUSIKWORKSHOP LIEF ÜBER DREI TAGE. ZIEL WAR ES, DIE JUNGEN ERWACHSENEN FÜR DEN UMGANG MIT BEHINDERTEN MENSCHEN ZU SENSIBILISIEREN.

CLOPPENBURG - Musik kann auch die Fesseln einer Behinderung sprengen. Diesen Eindruck hatten Schülerinnen und Schüler der BBS am Museumsdorf bei einem dreitägigen Musikworkshop mit behinderten Menschen. Sie erlebten, wie eine schwerbehinderte junge Frau sich in ihrem Rollstuhl zum Rhythmus der Musik bewegte und wie ein anderes Mädchen mit Down-Syndrom ihre Begeisterung mit einem Bauchtanz ausdrückte.

Die Vorgeschichte dieses ungewöhnlichen Workshops begann mit einer Unterrichtsstunde zum Thema „Musik mit Behinderten“ in einer Klasse der Fachschule Sozialpädagogik. Die mangelnde Erfahrung im Umgang mit behinderten Menschen führte dabei zu vielen Fragen. So kam der Fachlehrerin Marita Eckelmann die Idee zu diesem Musikworkshop. Zur Realisierung des Vorhabens stellte sie zunächst den Kontakt zur Justus-von-Liebig-Schule in Vechta her. An dieser berufsbildenden Schule, so wusste Eckelmann, war ein solcher Workshop bereits erfolgreich gelaufen.

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Fotos: BBS

Für die Leitung des Workshops konnte Eckelmann dann die Musikerin Bea Nyga aus Köln verpflichten. Deren gefühlvolle und sichere Art im Umgang mit behinderten Menschen machte die drei Tage rund um die Musik an der BBS am Museumsdorf zu einem vollen Erfolg. 22 behinderte Menschen kamen gemeinsam mit ihren Betreuern aus dem St. Vincenzhaus und der Caritas Werkstatt in die Schule. Gemeinsam mit den Schülern aus der Berufsfachschule Sozialassistenz, Schwerpunkt Sozialpädagogik, sowie der Fachschule Sozialpädagogik wurde gesungen, getanzt und geklatscht. Dabei spürten alle, wie das gemeinsame Singen verbindet, fröhlich macht und nicht nur Herz und Seele bewegt.

Mit Nyga am Klavier sangen die Gäste im Laufe des Vormittags bis zu zehn Lieder. Erste zögerliche Versuche mit der Musik entwickelten sich in den drei Tagen zum begeisterten Gesang.

Der Workshop habe die Berufsvorbereitung der Schülerinnen und Schüler aus dem Fachbereich Sozialpädagogik „auf herausragende Art und Weise unterstützt“, freute sich Eckelmann über das erfolgreiche Projekt. So sei bei vielen ein deutlicher Sinneswandel im Umgang mit behinderten Menschen zu spüren gewesen. Zudem seien Hemmschwellen abgebaut worden. Eine berufliche Zukunft in der Betreuung behinderter Menschen könne nun besser eingeschätzt werden.

Ohne die Hilfe von Sponsoren wäre die Veranstaltung nicht möglich gewesen, so Eckelmann. Sie dankte deshalb dem Rotary Club Cloppenburg-Quakenbrück, dem Rotary Club Friesoythe-Artland-Cloppenburg, der Caritas Werkstatt Cloppenburg, dem St. Vincenzhaus Cloppenburg und dem Förderverein der BBS am Museumsdorf.

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