Mara Trapp aus Katschenreuth: "Ein großes Glück für unsere Familie" (sagt Mutter Beate)

Mittwoch, 10. März 2010


von Katrin Geyer bei in Franken.de

Es war eine kleine Zeitungsnotiz, die bei Beate Trapp große Empörung auslöste: Im Online-Netzwerk Facebook, so war zu lesen, sei gegen behinderte Kinder gehetzt und dazu aufgefordert worden, Kinder mit dem Down-Syndrom "für Schießübungen" zu benutzen. Es mache sie "unendlich traurig", schrieb die Katschenreutherin als Reaktion auf die Zeitungsnotiz an die Bayerische Rundschau – und lud uns spontan zu sich ein, um zu erzählen, welches Glück sie jeden Tag mit ihrer Tochter Mara empfindet, die mit dem Down-Syndrom geboren wurde.

Es gibt Kinder, die mit ihrem bezaubernden Charme sofort jeden für sich einnehmen. Mara, 16 Monate alt, gehört dazu, und wenn Beate Trapp versichert, dass ihre Tochter ein wahrer Sonnenschein und ein großes Glück für die ganze Familie sei, glaubt man ihr das sofort.

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Vielleicht liegt es an Maras sonnigem Naturell, dass Beate Trapp in ihrer engeren Umgebung keinerlei Vorbehalte verspürt. "Manchmal regieren Leute vielleicht ein bisschen verhalten, weil sie unsicher sind", sagt sie – und beruhigt gleich: "Mara ist ein ganz normales Kind. Aber eben eines, das ein paar Defizite hat."

Das Mara noch nicht laufen kann, gehört dazu. Kinder mit Down-Syndrom haben schwächere Muskeln als andere. Sitzen, stehen, laufen lernen sie deshalb erst mit Verzögerung. Mara macht diese Verzögerung wett, indem sie wieselflink durch die Wohnung robbt. "Wenn ihre Brüder mit ihr um die Wette krabbeln, kann sie sich ausschütten vor Lachen", sagt ihre Mutter.

Die siebenjährigen Zwillinge lieben ihre kleine Schwester über alles. Und wenn ab und zu Schulfreunde im Haus in der Grünbaumer Straße in Katschenreuth zum Spielen vorbeischauen, passiert es schon mal, dass sich einer lieber mit Mara als mit seinen Kumpels.

Der Alltag mit einem Kind mit Down-Syndrom ist manchmal schwierig. Beate und Wolfgang Trapp müssen einiges mehr organisieren als Eltern von Kindern ohne Behinderung: Krankengymnastik, Ergotherapie, Frühförderung stehen auf dem Terminplan.Und zuhause muss geübt werden. "Ich habe Mara immer wieder zum Krabbeln anleiten müssen, bis es endlich geklappt hat", berichtet Beate Trapp. Bis das Mädchen alleine aus einer Tasse trinken und selbstständig essen kann, wird es noch einige Zeit und viele Anstrengungen brauchen.

Schwer wird es betroffenen Eltern bisweilen auch dann gemacht, wenn es um die Finanzierung von Hilfen geht. "Manchmal muss man ganz schön kämpfen, bis die Frage geklärt ist, wer was bezahlt."

Und dennoch: Keinen einzigen Tag mit Mara möchte die Familie Trapp mehr missen. Vor allem deswegen machen Äußerungen wie die aus dem Internet Beate Trapp unendlich traurig: "Wir haben uns bewusst für Mara entschieden, und durch sie wissen wir erst, wie wertvoll Menschen mit Down-Syndrom sind. Menschen mit Down-Syndrom würden niemals bewusst auf den Gedanken kommen, andere vernichten zu wollen, weil das gar nicht in ihrer Natur liegt."

Die Antwort auf die Frage, was man Menschen wünschen sollte, die ähnlich denken, wie die Schreiber auf der erwähnten Internet-Seite, liegt für die Katschenreutherin klar auf der Hand: "Gesundheit. Und vor allem gesunde Kinder…"

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